Ende 1999 hat ein Freund von mir ein Inserat in der „Yacht“ entdeckt:
Charter-Segeln ab Martinique mit einem 48“ Katamaran.
Kurzentschlossen haben wir gebucht. Am 13.1.2000 ging’s los. Wolfgang, der
Skipper der „Mirana“ nahm uns in „Le Marin“ auf Martinique in Empfang. Er war
uns sofort sympathisch. Sind dann 2 Wochen zwischen Martinique und Grenada
gesegelt. Wolfgang hat mich vieles machen lassen, so lernte ich kurzum
Katsegeln. Hatten viel Spaß mit ihm. Bei der Abreise am 8.2. sagte ich, wenn du
einmal Hilfe brauchst auf einem Kat dann ruf mich an.
Im Oktober 2001 kam der Anruf. Ein Freund von Wolfgang besitzt einen
Katamaran, eine „Edel 42“. Diese sei momentan im Charterbetrieb auf den
Kapverden. Nun hätte er einen Käufer gefunden, der Kat müsse nach Cancun in
Mexico überführt werden, sei verkauft. Ob ich Interesse hätte ihn zu begleiten,
kurz über den Atlantik, nach Cancun und spätestens nach 4 Wochen wäre ich
wieder zu Hause. Da habe ich nicht lange überlegt und zugesagt. Wir haben abgemacht
uns auf Sal (Kapverden) am 21.November zu treffen und dann zusammen nach
Mindelo auf Sao Vicente (Kapverden) zu fliegen. Alles klar, freute mich riesig
auf den Törn.
Segeltörn mit
dem Katamaran Lotus von den Kapverden nach Santo Domingo 2001 / 2002
Tagebuch einer langen Reise
Dienstag, 20. November 2001
Insel Sal
& Dorf Espargos
Mit dem AVE Schnellzug von Alicante nach Madrid. Ankunft 16 Uhr in Madrid
und mit dem Taxi zum Flughafen. Mit IBERIA nach Lissabon und um 20:30 mit TAP
nach Sal auf den Kapverden. Beim Besteigen des Flugzeuges fiel mir auf, dass
viele Schwarze nicht wussten wohin sie sich setzen sollten. Sie liefen im
Mittelgang auf und ab mit den Einsteigekarten. Ich habe ein wenig geholfen
indem ich die Leute zu ihren Sitzen begleitete. Lesen können scheinbar noch
nicht alle! Um 4 Uhr sind wir auf der Hauptinsel „Sal“ gelandet. Mit dem Taxi
ins Hotel Atlantico nach Espargos,1 Stern, dieser war aber schon Jahre vorher
heruntergefallen.. .Hatte hier ein nobles Zimmer, ein Raum mit allem Komfort. 4
Holzkisten, darüber ein Brett und ein Stück Schaumgummi, obendrauf ein
Bettlaken und fertig ist das Bett. An der Wand ein abgerostetes Rohr und ein
Hahnen, das war die Dusche. Das Wasser kam direkt aus der Wand, lief mitten im
Raum zusammen und tatsächlich war es nach 30 Minuten schon abgelaufen. Bin dann
nach vorne zur „Rezeption“, bestehend aus einem Tisch und dahinter ein
Gartenstuhl. Ob er ein Bier hätte fragte ich den Wachhabenden, nein, er hätte
gar nichts, wüsste aber wo ich eine Cola kaufen könnte. Ja, sei gleich um die
Ecke, er würde mich begleiten. Er machte das Hotel zu und los ging’s, nach 10
Minuten Fußmarsch fragte ich ihn wie lange es noch gehe, er meinte, wir hätten
schon bald die Hälfte. Ich verzichtete und wir machten uns wieder auf den
Rückweg, es war ja schon kurz vor 5 Uhr in der Frühe. Habe nicht geschlafen
weil der Ventilator furchtbare Geräusche von sich gab. Lieber nicht schlafen
und dafür ein wenig Luft, ausserdem kreischte irgendwo eine Wasserpumpe und
einige Zimmer weiter war eine Fete unter Einheimischen. Dafür kamen die ersten
Jets über das Hausdach morgens um 6 Uhr, das Hotel liegt in der Anflugschneise!
Mittwoch, 21. November
Nach dem Frühstück zurück zum Flughafen, um den Weiterflug nach
Mindelo zu organisieren. Um 14:30 kam Wolfgang aus Deutschland an, sollten um
17:30 abheben, war aber nichts, ein kleiner Sandsturm verhinderte die Sicht.
19:30 dann Abflug nach Mindelo (Sao Vicente). Das 2 motorige Ding musste
aus dem 2. Weltkrieg sein, jedoch sitzen konnten wir. Habe gesehen dass im
Armaturenbrett einige Instrumente fehlten, waren aber scheinbar nicht so
wichtig. Später erfuhren wir, dass diese Piloten nur nach Sicht fliegen. Haben
aber Mindelo in der Nacht um 23 Uhr sofort gefunden! Als ich meinen Seesack in
Empfang nahm waren die Aussentaschen leer. Gottseidank war nichts Wertvolles
darin. Vielleicht ging es verloren....! Ein junger Kapverdianer brachte uns mit
einem alten Fischerboot auf die Lotus. Diese war mitten in der Bucht an einer
Kette, links und rechts daneben mehrere Schrottkähne die an der Lotus
festgemacht hatten, bequem für sie, weil wir ja an der einzigen Kette in der
Bucht hingen. Wurden von 4 Schwarzen auf der Lotus begrüßt, die wohnten darauf,
konnten sie bei Dunkelheit kaum ausmachen. Mussten denen klarmachen dass wir
die Eigner seien und dass sie gefälligst von Bord gehen sollten, was diese dann
auch wiederwillig taten. Wolfgang und ich reinigten eine Koje provisorisch,
legten unsere Frottiertücher aus und fielen todmüde ins Bett, war etwas eng,
dafür schön warm…!
Katamaran LOTUS
Donnerstag, 22. November
Bei Tageslicht kam die ganze Misere zum Vorschein. Das ganze Schiff
stand im Dreck, alles schmutzig und schwarz, auch im Salon und in den Kojen.
Der Steuerbord Rumpf stand halb unter Wasser, am Volvo-Motor fehlte der
Zylinderkopf und div. Aggregate. Alles ca. 40 Zentimeter unter Wasser und total
verrostet, alles schwamm in einer öligen Brühe. Einige Kleinigkeiten fehlten
auch: Alle elektronischen Geräte, alle Batterien, Segel, Ankerwinsch, Kette,
Anker, Trampolin-Netze vorne, Dinghi, Aussenbordmotor, Relingdrähte,
Einspritzpumpe, div. Leitungen vom Backbord Motor. Haben uns an Land
bringen lassen, Kaffee getrunken. Eigentlich wollten wir sofort wieder abreisen,
so deprimiert waren wir. Von wegen ein bisschen saubermachen und ab in die
Karibik, denkste!
Wolfgang hat dann den Besitzer in Deutschland angerufen und sehr lange mit
ihm gesprochen. Dieser klärte uns auf, dass er vor kurzem einen Kat verloren
hat, im Sturm sei die Kette gebrochen und das Boot sei auf die Felsen
getrieben, ein Totalschaden. Leider habe die Versicherung bis dato nichts
vergütet. Wir sollen doch schauen dass wir die Lotus irgendwie reparieren
könnten. Die Versicherung wäre kaum begeistert wenn er einen 2. als
Totalschaden anmelden müsste.
Nun gut, schönes Wetter hatten wir und etwas Zeit auch. Jose aus Mindelo
hat einige Einheimische organisiert, die halfen die Lotus zu reinigen.
Habe die Bilgenpumpe Bb repariert und dann mit Fremdstrom den Rumpf und den
Motorraum leergepumpt. Abends gingen wir an Land. Was sollten wir auf dem Schiff
ohne Strom, Wasser und Gas! Haben in einem Restaurant gut gegessen, trotzdem
kam keine gute Stimmung auf, logisch. 21:00 zu Bett, immer noch in einer Koje
zusammen.
Unser Gehilfe Jose
Freitag, 23. November
Während Lola und die Jungs die Lotus reinigten, hat Wolfgang 2
Autobatterien organisiert. Ich habe die fehlenden Motorenteile, Einspritzpumpe,
Leitungen und diverse Kleinteile zusammengekauft (Die ziemlich sicher von der
Lotus waren), abends lief dann der Bb Motor zum ersten Mal, unrund und hustend
aber immerhin. Abendessen wie gestern und früh zu Bett. Um 1 Uhr aufgewacht und
div. Leinen und Fender anders platziert die erbärmlichen Lärm machten
weil Wind und viel Schwell aufkamen.
Markt in Mindelo
Samstag, 24. November
Wolfgang hat das 1. Mal Gemüse und Früchte eingekauft auf dem Tagesmarkt.
Unser treuer Jose hat mit Kanistern à 20 Litern unsere Wassertanks gefüllt,
immerhin 600 Liter. Musste einige Male mit dem Taxiboot an Land und zurück,
aber Zeit kostet auf Cabo Verde noch nichts. Wir machten mit Jose eine
Tagespauschale von 2000 Escudos aus, ungefähr 20 €. Das war so viel dass er
noch 4 Kumpels anstellen konnte, er war der Chef. Wiederum hatten wir 5
Gehilfen für klares Schiff. Habe die Schlösser der 4 Kojen gewechselt. Einige
Kabel und div. Anschlüsse ersetzt und abends hatten wir das 1. Mal Licht an
Bord und dank Strom konnten wir sogar Duschen, welcher Luxus! Die
Hiobsbotschaft traf uns in der Nacht. Ein Bayer der mit seiner Frau unterwegs
war wurde bei uns in der Einfahrt zum Hafen von einem Hai tödlich verletzt,
eine Leine hatte sich im Propeller verfangen, er wollte sie kurz entfernen.
Reede von Mindelo
Sonntag, 25. November
Wir gönnten uns ein Frühstück an Land, schliesslich war Sonntag. Danach
viele kleine Arbeiten an Bord. Jose hat unter Wasser viele Taue neu verlegt,
einige waren gerissen weil an uns immer 4 Schiffe hingen. Fanden ein altes GPS,
konnten es aber nicht zum funktionieren bringen. Abends wieder ohne Strom
weil die Batterien leer waren, halb so schlimm, waren wir doch gewohnt mit
Kerzenlicht ins Bett zu gehen. 22 Uhr war Nachtruhe.
Montag, 26. November
Morgenessen im Shell Shop, die hatten sogar eine Kaffeemaschine. Danach bin
ich umgezogen in die Stb Koje achtern. Schön, wenn man eine ganze Koje für sich
hat, obwohl diese noch sehr feucht war. Haben die Bilgen im Stb Rumpf
gereinigt. Alle Bullaugen eingestellt und gereinigt. Wir konnten ein altes
Fischernetz kaufen und haben es vorne prov. montiert. (Trampolin). Kai, der
Chef von Cabo Verde Sailing hat uns die Ankerwinsch und einen
Aussenborder gebracht, hätte er für die Lotus aufbewahrt!! War aber alles
Schrott, zerlegt und total verrostet. Zum Abendessen gingen wir zu einem
Argentinier, der machte frischen Fisch, dazu gabs Rotwein. Auf der
„Flaniermeile“ gönnten wir uns noch einen Whisky Cola dann ging’s in die Heia.
Dienstag, 27. November
Gingen sehr früh einkaufen und tranken Galao (Milchcafé) im Bistro Musique.
Danach kam Jose mit 2 Freunden, die reinigten das Unterwasserschiff.
Knochenarbeit da das Wasser sehr kalt und enorm verschmutzt war, auch soll es
da Haie geben!! Lola hat Mittagessen gemacht, war lecker. Um 19 Uhr gab es
einen Knall und die Lotus mit Anhängsel lief etwa 10 Meter zurück, die Kette
(Mooring) ging entzwei. Mussten div. Anker ausbringen und den ganzen Konvoi
wieder nach vorne ziehen. Jose und seine Jungs haben mitgeholfen. Von diesem
Tag an mussten die angehängten Schiffe auch ihre Anker ausbringen, ein Befehl
vom Hauptschiff Lotus.
Mittwoch, 28. November
Haben auf der Lotus gefrühstückt, konnte sogar einen Bäcker finden der
etwas ähnliches wie Brot im Angebot hatte. Danach gabs grosse Wäsche, die war
bitter nötig. Auch die Lotus bekam eine Süsswasserdusche da immer Sand von der Sahelzone
ankam. Lola kochte uns eine gute Gemüsesuppe mit Zutaten die wir das erste Mal
sahen. Um 20 Uhr kam der Eigner der Lotus um sich die Sache vor Ort anzusehen.
Der Schlag hat ihn beinahe getroffen! Haben die Lage bis weit nach Mitternacht
besprochen. Eigentlich sollten wir schon lange auf dem Weg nach Cancun sein,
aber…!
Donnerstag, 29. November
Kai kam mit der Nachricht dass eine neue Segeljacht (Gipsy 44) auf der
Nachbarinsel zerschellt sei. Bei dem Schiff unter Charter sei die Kette bei
auflandigem Wind gebrochen, die Besatzung jedoch wurde gerettet.
Frühstück auf der Lotus bei Regen (Ganz was neues hier). Danach alle auf
Einkaufstour. Ein Mechaniker von Kai hat einen alten Alternator gebracht und
eingebaut, dieser musste natürlich bezahlt werden. Mir schien als wäre dieses
Ding schon einmal im Motorraum der Lotus gewesen, könnte mich natürlich auch
täuschen…! Habe dann das Oel vom Motor gewechselt. Wolfgang bastelte aus
Altteilen einen Anschluss für seinen Laptop, man muss ja ein bisschen mit der
Zeit gehen. Jose machte aus den Resten von gestern eine neue Gemüsesuppe, die
der ersten nicht viel nachstand.
Freitag, 30. November
Leichte Bewölkung, ca. 32 Grad. Habe fast den ganzen Tag mit dem
Einbau der Kettenführung für den Anker gebraucht, auch die Kettenbremse musste
ich neu montieren. Haben Diesel gebunkert auf der Bb Seite. Jose kochte uns
einen Bonito im Gemüsesud, war super. Nachmittags gingen wir auf
Werkzeugeinkauf, das gar nicht so einfach war, weil keiner was hatte. Jeder
Händler schickte uns zum nächsten, der hatte aber auch nichts. So verging der
Tag, am Abend hatten wir aber doch 2 Schraubenzieher, eine Metallsäge und einen
rostigen Schraubenschlüssel, immerhin. Kaltes Buffet auf dem Oberdeck, Käse,
etwas Ähnliches wie Wurst und portugiesischen Rotwein. 21 Uhr machten wir die
Kerzen aus.
Samstag, 1. Dezember
Wolfgang und ich haben den Decksaufbau und alle Beams nachgezogen,
war alles ziemlich lose. Wir konnten Manuel den Netzflicker verpflichten uns
ein neues Trampolinnetz auf Stb zu knüpfen, konnten leider nur eine Seilrolle
auftreiben, das andere Trampolin auf Bb musste warten. 3 Tage hat er geknüpft
aber wie gesagt Zeit kostet ja nichts. Ich musste auf den Mast um die Wanten
und Salings zu lösen, resp. neu Verspannen. Zum Abendbrot gabs ausnahmsweise
den Rest von gestern.
Arbeiten am Masttop
Sonntag, 2. Dezember
Musste wieder auf den Mast um alles zu versplinten und den Verklicker
gängig zu machen. (War festgefressen und oxidiert). Das gebrauchte Grossegel,
das Wolfgang Weber (Eigner) mitgebracht hatte wurde nun montiert. Dann ein
neuer Tiefschlag: Die Rollreffanlage der Genua war festgefressen und die
Halterung gebrochen. Der Mast wurde mit 2 Hilfstauen über beide Buge gesichert
und das komplette Vorstag ausgebaut. Lange Diskussionen über die mögliche
Reparatur mit unseren technischen Mitteln. Wolfgang kochte eine Fischsuppe.
Abends an Land und ins Internetcafe, auch das gab es in Mindelo, man musste
allerdings lange anstehen und auch dann viel Geduld mitbringen.
Montag, 3. Dezember
Haben viel Zeit mit der Rollreffanlage gebraucht, konnten sie aber trotzdem
nicht zerlegen mit unseren Werkzeugen. Haben die Verstagung komplett zerlegt,
weil ja alles neu gerichtet werden musste. Kai hat die Refftrommel abgeholt um
sie zur Reparatur zu bringen. Zum Abendbrot gabs Bonito und Kartoffeln. Sind
dann von Bord ins Internet, wo ich meine 1. Mail an meine Freunde geschrieben
habe. Danach haben wir uns mit Jose im Club Nautico zum Bier getroffen.
Dienstag, 4. Dezember
Manuel, der Fischer, beendete seine Arbeit mit dem Trampolin, sah echt gut
aus, allerdings mit vielen Knoten, daran sah man dass es handgemacht war. Habe
im Motorraum viele Kabel neu angefertigt und verlegt. Diverse Schläuche gekürzt
und mit neuen Briden versehen. Nach dieser Arbeit sah ich aus wie ein
Dieselschwein, vom Duft ganz zu schweigen! Am Nachmittag
installierten wir den neuen Autopiloten, direkt zum Steuerrad via Zahnriemen.
(System Fred Feuerstein) Zur Abwechslung gab’s aus dem Rest von gestern eine
Fisch-Kartoffelsuppe.
Mittwoch, 5. Dezember
Der nun fast neue Motor hatte keinen Öldruck, also wieder in den „sauberen“
Motorraum um die Panne zu beheben. Schalter gereinigt und einige Kabel neu
gezogen und schon war der Öldruck wieder da. Haben die Steuerseile vom Ruder
ersetzt und alles neu eingestellt. Jose machte Fisch mit Gemüse. Am Abend
verliess uns Wolfgang Weber und nahm das Flugzeug um 23:00 nach Sal und später
nach Deutschland.
Donnerstag, 6. Dezember
Wolfgang und ich gingen Einkaufen, Elektrokabel, Klemmen, Isolierband etc.
Bei Cabo Verde Telecom konnte ich einen Chip für mein Handy kaufen, da staunten
wir aber. Unser Nachbar Pablo lud 3 Girls zum Segeln ein, er ganz in weiss mit
Stirnband. Seine Ankerwinsch funktionierte aber nicht, so musste er die Kette
und den Anker von Hand rausziehen. Danach sah er aus wie ein Altöl-Händler. Er
machte elegant los, kurvte haarscharf an uns vorbei und schon hatte er div.
Leinen im Propeller, sein Schiff stand still und die Girls staunten. Wir haben
ihn dann aus der peinlichen Situation befreit. Dann machte er einen grossen
Bogen um uns, aber auf die falsche Seite, da war nämlich eine Untiefe. Sein
Boot stoppte so plötzlich dass es die Mädels fast vom Deck geschmissen hat. Mit
Vor- und Rückwärtsfahren kam er aber wieder frei. Pablo, Pablo! Als er
zurückkam, sahen wir nur ihn auf Deck, von den Girls keine Spur. Die lagen
unten in der Koje und waren alle grün und Seekrank.
Freitag, 7. Dezember
Kai brachte uns die Refftrommel repariert zurück. Wir konnten alles wieder
montieren und haben danach die Genua eingezogen. Endlich ein Schiff mit Segeln.
Habe das Abgasventil vom Bb Motor gewechselt, geklaut auf der Stb-Seite, da
wurde es ja nicht gebraucht. Lola machte Pfannkuchen, danach war mir den ganzen
Nachmittag übel. Abends gingen wir an Land für einen Drink und schauten im
Internetcafé rein. 23 Uhr zu Bett.
Samstag, 8. Dezember
Wolfgang erledigte an Land div. Sachen. Ich habe die Elektronik am Mastfuss
repariert, Kabel und Klemmen ersetzt und alles neu verlegt. Wolfgang brachte
uns eine Batterie mit, die wir natürlich sofort montierten, endlich mehr Strom.
Abendessen gabs im Chaveau d`Or, ein kleines Restaurant im portugiesischen
Stil. Als wir wieder auf der Lotus waren, besuchte uns Tuga, unser treuer
Wassertaxi-Driver. Wir unterhielten uns mit ihm, eine Mischung aus Kreol,
Portugiesisch, Spanisch und Englisch. Mit einigen Drinks ging’s immer besser.
Um Mitternacht gab’s dann ein Gewitter.
Sonntag, 9. Dezember
Regnerisch und stark bewölkt. Wir haben uns von einem zerrissenen Segel ein
Sonnendach (Bimini) zurechtgeschnitten und mit Nadel und Faden von Hand genäht.
Am Nachmittag habe ich die Elektrik vom Steuerstand unter die Lupe genommen.
Musste eine neue Masseklemme anfertigen, die alte war total korridiert. Habe
viele Kabel ausgewechselt, Funk und Autopilot angeschlossen. Heute gabs
Tomatensalat und Vinho Nova. Am späten Abend gingen wir in den Club Nautico und
plauderten mit Pablo und Tuga bis 23 Uhr.
Montag, 10. Dezember
Ich habe alle Instrumente vom Armaturenbrett demontiert, zerlegt und
gereinigt. Meine Mühe wurde nicht belohnt, das einzige Instrument das ich zum
Leben erwecken konnte war der Tiefenmesser, immerhin das. Nachmittags habe ich
alle Schrauben der Ruderwelle ersetzt, waren alle durchgerostet. Wolfgang
tauchte unter das Schiff, machte den Volvo-Verstellpropeller gängig. Auch
versuchte er den Impeller für den Bootspeed zum Laufen zu bringen, ohne Erfolg.
Waren heute sehr müde, also gabs einen gemischten Salat mit Brot, dann ab ins
Bett um 21 Uhr.
Dienstag, 11. Dezember
Sehr windig heute. Habe nochmals einen Versuch gemacht das Windmessgerät zu
reparieren, ging nicht. Wolfgang versetzte den Funk an einen anderen Ort, hatte
zu viele Störsignale. Haben die Funktion von GPS und Autopiloten studiert. Am
Nachmittag habe ich die Scheuerleiste auf Bb neu angepasst und montiert. Heute
gabs meine Leibspeise, Spaghetti Bolognese und Rotwein. Abends gingen wir
einkaufen in den Merca 2.
Mittwoch, 12. Dezember
Wolfgang ging an Land um den Flug nach Sal für seine Frau Lucia zu organisieren. Ich
habe den Yamaha Außenborder zerlegt, entsalzt, entrostet, neu gefettet und
wieder montiert. Da uns aber viele Teile vom Motor gefehlt haben gingen wir auf
die Suche in die Stadt. Haben alles abgeklappert und in den letzten Gemüseläden
noch mehr oder weniger passende Teile zusammengetragen. In einem Geschäft habe
ich der Verkäuferin eine defekte Feder gezeigt und sie gefragt, ob sie so was
hätte. Sie nahm die Feder mit und verschwand im Hintergrund. Nach einer Weile
kam sie strahlend zurück, gab mir die alte Feder wieder und stellte eine neue 2
Zylinder-Kurbelwelle auf den Tisch. Die Feder hätte sie nicht, aber ob mir
dieses Teil helfen würde. Ich verneinte und sagte ihr, der Unterschied
sei doch zu gross. Abends gingen wir Hamburger essen, in unsere Stammbar.
Donnerstag, 13. Dezember
Musste in eine Werkstatt, um die Antriebswelle vom Propeller des
Außenborders zu richten. Habe dann die Presse selbst bedient sonst hätte mir
der Kerl aus der Welle einen Pfeilbogen gemacht. Dann montierte ich die Teile
so gut wie es eben ging. Vieles musste ich improvisieren oder selbst
herstellen. Beim 4. Versuch lief das Ding problemlos an. Geht nicht
gibt’s nicht! Dann kam der grosse Moment. Um 16:00 liefen wir das 1. Mal aus
dem Hafen. Die Einheimischen trauten ihren Augen nicht, niemand glaubte dass
dieser Seelenverkäufer je wieder fahren würde. Nach der Hafenausfahrt konnten
wir sogar segeln. Endlich einmal weg von Mindelo! Sind in die Containerbucht
gefahren und haben dort geankert. Keine Ahnung wie die Bucht wirklich heisst,
aber dort lag ein alter 40 Fuß Frachtcontainer an Land. Jose, der uns
begleitete, brachte einen 2. Anker aus, sicherheitshalber. Wolfgang machte
einen Blumenkohlgratin, dazu gabs Vinho Novo. Wir fühlten uns wie Gott in
Frankreich. 22 Uhr war Nachtruhe.
Unsere 1.Ausfahrt
Freitag, 14. Dezember
Um 9 Uhr machten wir los Richtung Insel Santa Luzia. Mussten gegenan
kämpfen und den Motor miteinbeziehen.16:00 gingen wir vor Anker. Haben auf der
Fahrt festgestellt, dass die Diamantverstagung noch nicht perfekt war, also
musste ich wieder auf den Mast. Diesmal war die Arbeit nicht so einfach, bei
hohem Wellengang rollt das Schiff doch ganz schön und der Mast schlägt heftig
aus. Danach wollten Wolfgang und ich baden gehen, aber Jose hielt uns davon ab.
Er sagte dass Santa Luzia die Insel der Haie in Cabo Verde sei. Wir duschten an
Bord. Danach gabs Erbsen mit Gemüse und Reis mit Tomatensauce. Alle waren
ziemlich müde und so war schon um 19:30 Nachtruhe.
Samstag, 15. Dezember
08:00 Anker hoch. Wir verliessen die „Baia de Tostaos“ und legten 340° an,
nach Sao Vicente in unseren Hafen. Probierten den Autopiloten, der aber wollte
noch nicht richtig funktionieren. Ein Tigerhai hat uns begleitet und unseren
ausgelegten Köder besichtigt, ohne jedoch anzubeissen. Sahen viele Haiflossen vor
der Hafeneinfahrt von Mindelo. Bin das 1. Mal unter Motor in den Hafen
gefahren, das Anlegemanöver musste ich 2 Mal fahren weil es nicht
geklappt hatte. Schwierig die Lotus zu manövrieren mit nur einem
Motor, bei jedem Gasstoss bog das Ding nach Stb ab! Dann aber legten wir
erfolgreich an der „Tokogo“ an, das Boot von Pablo. Danach mussten wir die
Rollen am Ende vom Baum reparieren. Auch die Bilgenpumpe Bb musste raus, die
gab den Geist auf. Abends gings auf Einkaufstour.
Sonntag, 16. Dezember
Habe die ausgebaute Pumpe zerlegt und gereinigt. 2 Anschlüsse waren defekt
und wurden erneuert, danach das Ding wieder eingebaut. Da ich schon wieder
ziemlich schmutzig war, habe ich gleich noch den Motorraum gereinigt, da hat
sich nachher die Dusche aber gelohnt. Nachmittags haben wir dann die Genua
gewechselt, die vom Segelmacher repariert wurde. Später bekamen wir Besuch von
einem deutschen Skipper, der mit einer AMEL (Super Maramu) angekommen war. Wir
gingen mit ihm in den Club Nautico zum Plaudern. Er wollte auch über den
grossen Teich nach Westen. 23 Uhr zu Bett.
Montag, 17. Dezember
Haben Diesel und Wasser gebunkert und div. Einkäufe gemacht. Musste den
Gaszug vom Aussenborder ersetzen, dafür musste ein Bremskabel von einem Fahrrad
herhalten. 15:30 machten wir los Richtung Hauptinsel „Sal“. Mussten aufkreuzen
weil wir viel Gegenwind hatten. Wolfgang wurde Seekrank und ich war also
alleine an Deck. Da ich null Erfahrung hatte, war der Job nicht so einfach, vor
allem weil wir in der Nacht fuhren und es einige kleine Inseln hatte, alle
natürlich ohne Kennzeichen oder Feuer. Der Stb Rumpf und der Maschinenraum
dahinter waren alle 2 Stunden fällig zum Auspumpen, irgendwo kam da ziemlich
Wasser rein. Das Wasser kam bis zu meiner Koje, so hatte ich kostenlos ein
Wasserbett, soll ja gesund sein darin zu schlafen. Ich war die ganze Nacht am
Ruder und lief gegen Morgen ziemlich auf dem Zahnfleisch, todmüde.
Dienstag, 18. Dezember
Wolfgang liegt immer noch ziemlich grün in seiner Koje! Ich fuhr im Süden
an „Sao Nicolau“ vorbei bei leichter Bewölkung, aber stürmischer See. Mittags
kam Wolfgang an Deck und fing gleich einen Wahoo von 130 Centimeter länge. Er
hat ihn fachmännisch zerlegt, danach zog er sich wieder in die Koje zurück, so
ganz gesund war er noch nicht. Die ganze Nacht stürmische See, Wind und Strom
von vorn. Langsam lernte ich mehr von Navigation und Segeleinstellung, blieb
mir ja nichts anderes übrig.
Wolfgang am Sezieren
Mittwoch, 19. Dezember
Beim Morgengrauen kam
Wolfgang aus der Koje, er sei nun i.O. 09:30 kamen wir in der „Baia Palmeira“
auf Sal an. Ich war ziemlich kaputt nach dieser Reise, hatte seit 2 Tagen nicht
geschlafen. Zum Frühstück gab’s frischen Wahoo, Kaffee und Brot. Nachmittags
holten wir Inge & Horst vom Flughafen ab, Freunde von Wolfgang. Am Abend
hat Horst gekocht, mindestens 5 Sterne mäßig! 22 Uhr gingen die Lichter aus.
Bahia Palmeira im Westen
Donnerstag, 20. Dezember
Nach dem Frühstück haben wir
den Gasherd repariert. Von da an hatten wir 3 funktionierende Brenner, vorher
einer. 10:30 liefen wir aus Richtung Süden. Kamen um 15:30 in Santa Maria an
und gingen am Strand vor Anker. Wolfgang und ich haben versucht das Dinghi zu
reparieren, ohne Erfolg. Die Schläuche hatten mehr Löcher als ein Emmentaler
Käse. Die anderen 3 gingen an Land, jedoch ging der Motor auf halbem Weg aus,
so mussten Wolfgang und Horst rudern. Inge betätigte die Luftpumpe damit das
Dinghi über Wasser blieb. Ich ging um 18 Uhr zu Bett mit Kopfschmerzen, war
doch ein bisschen viel 2 Nächte ohne Schlaf!
Santa Maria im Süden
Freitag, 21. Dezember
Wolkenlos über Santa Maria. Frühstück und danach das 1.Mal baden im
Meer. Luft ca. 30 °, Wasser 26°. Danach ging’s an Land, zwei am Paddel, einer
an der Luftpumpe, wie Fred Feuerstein. Gingen in Santa Maria einkaufen, schönes
Dörfchen mit viel Charme. Zurück auf der Lotus habe ich den Seilzug-Mechanismus
vom Yamaha repariert. Auch den Vergaser musste ich zerlegen und reinigen. Danach
lief das Ding wieder einigermassen. Wolfgang fuhr zum Flughafen ins Reisebüro
weil die Reise von Lucia immer noch hängig war. Abends wurden wir von Horst
super bekocht. 20 Uhr war Nachtruhe.
Strand von Santa Maria
Samstag, 22. Dezember
Fuhren mit dem Mietwagen nach Murdeira, eine grässliche Urbanisation mitten
in der Einöde. Haben da Uschi und Fred besucht, Bekannte von Wolfgang. Weiter
ging’s nach Palmeira und Espargos, dort haben wir einen Grosseinkauf
getätigt. Danach fuhren wir in die Salinen von Pedra da Lume, war sehr
interessant. Zurück nach Santa Maria. Wolfgang und ich haben angefangen den
Mast für den Windgenerator zu montieren. Horst hat unterdessen wieder ein
Abendessen gezaubert.
Meine Mutter hat heute Geburtstag, also an Land und anrufen.
Frischer Fisch
Sonntag, 23. Dezember
Haben den ganzen Tag am Windgenerator geschuftet. Abends gingen wir ins
Turi-Fogo Restaurant. Die Spezialität war geräucherter Blue Marlin, war sehr
gut. Dazu gabs spanischen Wein. Wolfgang hatte noch was zu erledigen und so
holte ich ihn spät in der Nacht ab. Fuhr mit dem fast luftlosen Dinghi nahe am
Ufer und suchte den Anlegesteg. Urplötzlich und aus dem nichts erfasste mich
eine grosse Welle von der Seite, das Boot überschlug sich und warf mich raus.
Gottseidank war es nur ca. 1 Meter tief. Das Dinghi spülte es kopfüber an Land.
Meine Schulter tat weh. Ein Liebespaar, das noch am Strand sass half mir das
Boot wieder umzudrehen. Den Benzintank musste ich in der Dunkelheit zuerst
suchen, war aber etwa 50 Meter entfernt und wartete auf mich! Zu meiner
Verwunderung lief der Motor auf einen Zug wieder an. Danach konnte ich Wolfgang
abholen, nass, aber sonst i.O.
Montag, 24. Dezember
Wolkenlos, sehr heiss. Wiederum den
ganzen Tag am Windgenerator. Verstrebungen angefertigt, diverse Elektrokabel
verlegt, Schalter im Motorraum montiert, etc. Horst war den ganzen Tag im Bett
(Seekrank). Kaltes Abendessen und dann plauderten wir bei einem Whisky Cola bis
23 Uhr.
Fisch am Steg
Dienstag, 25. Dezember Weihnacht!
Haben die Dirk durch ein 12 Meter langes Stahlseil ersetzt. Somit hatten
wir eine Antenne für den KW-Empfänger. Not macht erfinderisch! Weil es
Weihnachten war hat mir Wolfgang die Haare geschnitten, wie ein Profi. Meine
Schulter hatte unterdessen schöne Blautöne angenommen. Mit einem Taxi fuhren
wir nach Murdeira zu Uschi und Fred, hier gab’s Kaffee und Kuchen. Zurück an
Bord machte Horst ein Festmahl, Lobster, Kartoffeln, Salat, alles vom Feinsten.
Weihnachtsessen
Mittwoch, 26. Dezember
Immer noch in Santa Maria auf „Isla do Sal“, weil es hier so schön ist,
kristallklares Wasser, weisser, feiner Sand und angenehme Temperaturen dank
einem stetigen Passatwind. Horst und Wolfgang haben das Unterwasserschiff
gereinigt. Inge und ich haben den Kühlschrank gereinigt, der zum Ofen wurde.
Der Thermostat war defekt, musste ihn ersetzen. Nachmittag war faulenzen und
baden angesagt. Abends gings wieder ins Turi-Fogo Restaurant.
Donnerstag, 27. Dezember
Mussten mehr als zwei Stunden in der Bank anstehen um Geld zu wechseln, die
Kolonne ging bis weit auf die Strasse. Wolfgang und ich haben Benzin und Diesel
eingekauft, Inge und Horst Esswaren. Wollten danach Wasser einkaufen, aber die
Warteschlange betrug ca. 30 Meter. Das alles in der brütenden Sonne. Hier gibt
es nur eine Stelle für Wasser, in den Häusern hat niemand Wasser aus dem
Hahnen. Wir zogen es vor, für den Moment ohne Wasser zu sein, hatten ja noch
welches in Flaschen!
Freitag, 28. Dezember
3 Uhr Anker hoch und Abfahrt nach der Insel „Sao Nicolau“. Unterwegs ist
die Gross-Schot gerissen, Wolfgang und ich haben sie ersetzt. Machten guten
Speed und waren um 15:30 in Tarrafal. Distanz 104 Sm. Ankerten etwa 100 Meter vom Ufer
entfernt bei sehr unruhiger See. Um 18 Uhr gab’s Abendbrot, danach gingen
Wolfgang und ich zu Bett, müde vom langen Tag.
Dorf Tarrafal
Samstag, 29. Dezember
Wir fuhren zum Einkaufen nach Tarrafal, wie gewohnt, gings nur mit stetem
Aufpumpen des Dingis, aber immerhin mit Motor. Am Land fragte ich einen
Einheimischen ob wir irgendwo Wasser kaufen könnten. Dieser schickte mich zum
Bürgermeister, dieser hätte ein Deposito mit Wasser. Wurde vom Chef persönlich
empfangen, denke dass er sowieso nichts zu tun hatte. Ja, er hätte ein Deposito
im Garten, also nichts wie hin. Unter dem verrosteten Deckel war aber nur
Ungeziefer zu sehen, weit und breit kein Wasser.
Wir konnten mit Mühe und viel Glück einen Wasser–Camion ergattern, der uns
600 Liter an den Hafen brachte. Wir gingen längsseits an den Motorkatamaran
„Itoma“ und mit diversen Schlauchverlängerungen konnten wir das kostbare Nass
übernehmen. Die halbe Gemeinde von Tarrafal hat geholfen, das gab’s nicht alle
Tage zu sehen. Für den Preis hätte ich Zuhause das Schwimmbad gefüllt! Haben
einem Fischer 3 Red Snapper abgekauft, die waren im Gegensatz aber sehr billig
(1.50 Euro). Horst kochte wieder einmal Super. Um 22:00 war Nachtruhe angesagt.
Die Lotus vor Anker
Sonntag, 30. Dezember
Die Startvorrichtung vom Außenborder hatte sich in Einzelteile aufgelöst,
musste ein Notstart-Seil einziehen. 08 Uhr ging’s los Richtung Heimathafen,
nach Mindelo über die Nordroute. Kamen da um 18:00 an, konnten aber nicht bei
der Tokogo anlegen, weil da ein Hobby-Kat lag. Wir ankerten draussen auf Reede.
Abendessen gabs in einem Restaurant in der Stadt. Später, an Bord besuchte uns
Tuga, es gab ja viel zu erzählen. Er selbst war noch nie auf anderen Inseln, er
hätte kein Geld für die Fähre, kostet ja immerhin ca. 10 Euro!
Montag, 31. Dezember, Silvester
Inge und ich gingen in den Supermercado einkaufen, Wolfgang und Horst ins
Reisebüro für die Reise von Lucia, die noch immer nicht klappte. Von Venezuela
nach Sal kommt man nicht so einfach! Wechselte auf der Bank 200 Dollar und bin
dafür fast 2 Stunden angestanden! Danach haben wir die Lotus an die Bb Seite
der Tokogo gelegt. Nach dem Abendessen auf der Lotus sind wir in Mindelo
spazieren gegangen. Um 23 Uhr waren wir zurück und genossen das Spektakel am
Ufer. Es ist ein alter Brauch um Mitternacht ins Meer zu gehen und sich zu
bespritzen. Ein Höllenlärm, geknalle, hupende Autos und viele rote Fackeln,
Leuchtraketen, die normalerweise nur im Seenotfall benutzt werden dürfen. 01:30
war dann Ruhe.
Der Soufriere bricht aus
Dienstag, 1. Januar 2002, Neujahr
Sind alle ein bisschen Träge auf dem Schiff herumgehangen. Grüsse von der
letzten Nacht! Haben viel gelesen und geschlafen. Horst machte Spaghetti mit
vielen Zutaten. Danach schauten wir noch im Internetcafé rein und genehmigten
uns einen Sundowner auf dem Zentralplatz. Um 22:30 waren wir wieder auf unserem
Schiff.
Mittwoch, 2. Januar
Inge und Horst gingen an einen Strand um zu baden. Habe halb Mindelo
abgeklappert um einige Ersatzteile für den Yamaha Außenborder zu ergattern. Die
Fliehkraft-Anlage zum Starten war defekt. Musste diverse Bleche und Federn
selbst anfertigen oder ändern, die gekauften Sachen haben nicht gepasst, waren
aber immerhin ähnlich. Danach lief das Ding wieder mehr oder weniger. Das WC in
meiner Koje gab den Geist auf, wollte nicht mehr auspumpen. Auch das wurde
repariert. Wolfgang hatte alle Winschen zerlegt, gereinigt und neu gefettet.
Abends machte Horst einen Bonito. Konnte die ganze Nacht nicht schlafen, über
Mindelo fegte ein Sandsturm (Aus der Sahelzone), der die Schiffe tanzen liess.
Mussten zweimal an Deck um die Taue neu zu befestigen.
Donnerstag, 3. Januar
Wolfgang hat irgendwo eine alte Rettungsinsel gekauft, haben gedacht dass
es vielleicht gut wäre für den Fall dass die Lotus uns verlassen würde… . Haben
die Insel zu einem Händler geschleppt um sie zu revidieren und neu zu bestücken.
Habe div. Sachen für den Einbau der Ankerwinsch vorbereitet. Musste in der
Mitteltraverse das Kettenloch und die Bohrungen der Winsch machen. Wolfgang und
ich haben dann die Elektrokabel aus dem Motorraum Stb ausgebaut und nach Bb
verlegt, weil wir ja nur hier Strom hatten. Jose war wieder einmal mit der
Reinigung des Unterwasserschiffes beschäftigt, alle 30 Minuten kam
er hoch um sich einen Rum zu genehmigen. Ob es gegen die Kälte oder das
verschmutzte Wasser war weiss ich nicht. Inge, Horst und Wolfgang gingen an
Land, ich in die Falle, hatte noch ein wenig Schlaf nötig wegen der letzten
Nacht.
Freitag, 4. Januar
Um 7 Uhr gab’s Frühstück, um 8 waren wir schon an Land. Wolfgang, Inge und
Horst wieder einmal im Reisebüro, ich war Unterwegs um Leine zum Fischen zu
kaufen, Rasierzeug, Motorenöl, etc. Mittags haben wir die Lotus gewaschen und
gereinigt, hatten jedoch nicht lange Freude daran. Gegen Abend kam ein
gewaltiger Sturm auf und brachte jede Menge schwarzen Sand. Die Lotus sah
schlimmer aus als vorher!! Abendessen gabs an Land in einem portugiesischen
Restaurant. 22 Uhr war Ruhe im Schiff.
Samstag, 5. Januar
Inge und Horst gingen Einkaufen, Wolfgang und ich haben eine neue Spinlock
aufs Cockpit montiert, alle Innenverkleidungen und der Dachhimmel mussten de-
und montiert werden. Auch eine 4 er Umlenkrolle mussten wir einbauen, damit
konnten wir die Dirk auf die Bb Seite verlegen. Endlich kam Lucia an, Wolfgang
fuhr zum Flughafen um sie abzuholen. Inge, Horst und ich gingen spazieren rund
um den Hauptplatz. Im Restaurant in der Mitte gönnten wir uns eine Flasche
Wein. Später kamen noch Roland (Skipper der Super Maramu) und sein Freund dazu,
Roland weiss immer zu Unterhalten. Als Überraschung präsentierte uns Pablo eine
Freundin aus München, die ihn besuchte.
Sonntag, 6. Januar
Lucia und Wolfgang waren gegen Morgen angekommen, Lucia halbtot von der
Reise, blieb den ganzen Tag in der Koje. Habe mir an der Tischkante eine nette
Schramme an der Stirn eingehandelt, Wolfgang aber hat mich perfekt behandelt,
der hatte eine halbe Apotheke bei sich. Danach haben wir die Taue umgebaut und
in die neuen Blöcke und Rollen gelegt. Horst machte einen Seehecht mit Salat.
Dann gings mit unserem luftleeren Dinghi an Land. Das Teil bekam jeden Tag mehr
Löcher, vollgepumpt dauerte es ca. 20 Minuten dann war nur noch eine schlappe
Gummihaut übrig, nur der Motor überragte alles. Waren im Internetcafé und auf
dem Hauptplatz und um 23:00 wieder auf dem Schiff.
Lucia kommt an Bord
Montag, 7. Januar
Stark bewölkt, ca. 30°. Musste die Bilgenpumpe von meiner Koje reparieren,
die streikte wieder, auch ein WC auf Bb hatte eine Revision nötig. Um 13 Uhr
kam Fred Friedrich zu Besuch und blieb einige Tage um mit uns zu segeln. Unser
Dinghi machte schon wieder ärger, der Motor säuft ständig ab, konnte im Moment
den Fehler nicht finden. Wir konnten unsere Rettungsinsel wieder abholen, haben
dafür 40.000 Escudos (rund 400 €) bezahlt, eine Menge Holz in den Kapverden.
(Als die Lotus später einmal in Dänemark ankam wurde die Rettungsinsel
aufgemacht zur Sicherheit. Der Händler sagte uns dass dieses Ding nie
funktioniert hätte, die Pressluftflasche zum aufpumpen wäre leer gewesen, das
Material zum Überleben darin komplett verrottet. Gut haben wir sie nicht
gebraucht!! ) Abends fuhren wir an Land und haben am „Plaza Novo“ mit Roland
und Reinhard Wein getrunken und bis 23 Uhr geplaudert.
Dienstag, 8. Januar
Roland und Reinhard fuhren ab, sie mussten die AMEL zurückbringen nach Gran
Canaria. (Der Eigner war unerwartet verstorben) Wir feierten den Geburtstag von
Horst. Mittags machten wir los nach Santa Antao und gingen vor Porto Novo vor
Anker, viel Wind und hohe Wellen. Fred wurde Seekrank! Inge, Horst, Fred, Jose
und ich fuhren mit unserem fahrbaren Waschlappen an Land und wären fast
ersoffen. Wir mussten schroffe Felsen passieren und hatten auflandigen Wind,
der uns gegen die Felsen schob. Im dümmsten Moment ging der Motor aus, wie
immer das Dinghi halb unter Wasser. Konnten haarscharf an den Felsen
vorbeipaddeln und auf einer Muschelbank notlanden. Konnte den Motor wieder
starten, lief aber nur noch auf dem Choke, sehr langsam mit viel Rauch. Da es
Fred nicht so gut ging liessen wir ihn an Land und fuhren mit dem bockigen
Dinghi wieder zur Lotus, mussten aber wieder paddeln weil der Motor
wieder ausging. Da wir nun kein fahrbereites Dinghi hatten, baten wir einen
Fischer Fred an Land abzuholen. Beim Einsteigen bei sehr hoher See hatte
sich dann Fred an einer Schraube des Fischerbootes arg den ganzen Unterschenkel
sehr tief aufgerissen. Kam voller Blut bei uns an, wo ihn Wolfgang verarztete
und verband. (Hatte später eine 30 cm lange Narbe!) Mussten die ganze Nacht
Wache schieben, heftige Windböen, dazu eine sehr grobe See.
Santo Antao
Mittwoch, 9. Januar
Der gestrige Tag hatte es in sich. Die Sache mit Fred, dann hat sich Inge
den Fuss verstaucht, Horst ein blaues Knie und zu guter letzt fiel mir eine
Winsch-Kurbel auf eine Zehe! Fred immer noch Seekrank, hat den halben Tag gek....
Mit einem Kleinbus fuhren wir nach „Ribera Grande“ und „Paoul“. Hatte viel
geregnet, dafür war alles grün. Santa Antao ist wahrscheinlich die schönste
Insel der Kap Verden, von dort kommen auch alle Gemüse und Früchte für alle
Inseln. In Paoul haben wir eine Rumfabrik besichtigt, alles noch wie in der
Steinzeit. Zurück in Mindelo hatte uns Fred zum Abendessen ins Chavo d`Oro
eingeladen, danach genehmigten wir uns noch einen Drink im Club Nautico.
Rumfabrik in Paoul
Donnerstag,10.Januar
Regnerisch und viel Wind. Mussten die Lotus mit einem Heckanker
sichern, weil der Wind fast 180° gedreht hatte. Wir mussten Einkaufen gehen,
die Vorräte waren alle. Fred und Horst sind abgereist nach Sal bzw. Frankfurt.
Unser Chefkoch verliess uns nur sehr ungern, sein Geschäft verlangte ihn
jedoch. Abends bummelten wir noch eine Weile auf dem Plaza Novo.
Freitag, 11. Januar
Wolkenlos und wieder sehr heiss, ca. 33°. Haben den Kühlschrank zerlegt,
betreffs lausiger Isolation, konnten aber keine Lösung finden. Danach haben wir
den Gas-Backofen revidiert und gereinigt. Wolfgang Weber hatte uns einen
Container voller Waren geschickt, der nun auf dem Zoll lag. Jose und Wolfgang
fuhren hin, konnten aber die Ware nicht holen, diverse Papiere fehlten (Papierkrieg
auch hier). Abends kochten Inge und Lucia Thunfisch, Spaghetti und dazu Salat.
21:30 Nachtruhe.
Samstag, 12. Januar
Heute war ein Tag zum Wandern, bewölkt, windig bei ca. 30°. Wir liefen am
Hafen entlang, über den Sandstrand und den letzten Häusern von Mindelo bis hoch
zur Hafeneinfahrt. Dort stehen einige imposante Kanonen, die haben sicher in
früheren Zeiten die Seeräuber abgehalten. Mit vielen Umwegen gings zurück ins
Stadtzentrum, wo wir Café del tiempo tranken. Abends ging unser Nachbar Pablo
mit Inge ins Café Lisboa um Musik zu hören. Lucia und Wolfgang gingen früh zu
Bett und ich plauderte noch eine Weile mit Hanna von der Tokogo.
Alte Kanonen von Mindelo
Sonntag, 13. Januar
Mit dem Taxi fuhren wir alle auf den Monte Verde, ein Berg von 750 Metern
Höhe. Von da oben hatten wir eine traumhafte Rundsicht über ganz Sao Vicente.
Nachher besuchten wir das Seebad „Baia das Gatas“ im Norden der Insel. Hier
tranken wir unser verdientes Bier in einer Bar direkt am Meer. Abends war
grosse Versammlung an Bord, es galt den Einkauf für die Atlantiküberquerung zu
planen. Dauerte bis 23:00.
Lucia auf dem Monte Verde
Montag, 14. Januar
Der Himmel färbte sich braungelb, den ganzen Tag wütete ein Sandsturm,
Sicht war gleich Null. Die Lotus sah danach wieder ganz toll aus! In der Nacht
kam ein Fischer ums Leben, ein Hai hat ihn geholt. Dieser Mann fischte immer
nach Haien, die Einheimischen sagten, dies sei die Strafe dafür! Jose und
Wolfgang brachten endlich zwei grosse Kisten vom Zoll, die sie am Strand
zerlegten. Unter grossen Augen der Einheimischen wurde alles ausgepackt und ins
Taxiboot geladen. Das neue Dinghi kam schon defekt an, beim Verpacken hat
jemand eine Schraube durch den Holzdeckel und ins Dinghi geschraubt!
Gottseidank wurde ein Reparatursatz mitgeliefert. Inge machte uns Wahoo, Gemüse
und Salat. Ging noch an Land um mit meiner Schwester Edith zu telefonieren, die
hatte Geburtstag.
Das Hobby von Lucia
Dienstag, 15. Januar
Ich musste wieder einmal am Mast hoch zur 2. Saling, habe dort zwei
Radarreflektoren montiert. Danach habe ich die vielen Schrauben, Schäkel und
diverses Elektromaterial eingeordnet und in Kisten verstaut. Nachmittags
mussten wir wieder einen Anker ausbringen weil heftiger Wind aufkam. Mit dem
Schraubenmaterial das wir erhielten konnte ich endlich viele Teile neu
befestigen, Tablare in den Duschen, Türen im Salon, Stossleiste aussen an Stb,
etc. Pablo und Hanna sind weg nach Santa Antao. Abends ins Internet und auf
einen Drink an den Plaza Novo. Ins Bett um 23 Uhr.
Mittwoch, 16. Januar
Früh morgens wieder lange in der Bank gewesen, Geldwechsel stand an. Tuga
und Toni haben das Unterwasserschiff gereinigt. Haben den Rest vom Material das
angekommen ist verstaut. Machte den neuen 15 PS Mercury für die Überfahrt
bereit, habe Rostschutz aufgetragen und alles eingefettet. Unserem Volvo Motor
gönnte ich einen Ölwechsel. Unser Freund Manfred Schulz stiess am Abend zu uns.
Abendessen gabs über der Shell Tankstelle. Danach plauderten wir noch bis 23
Uhr auf dem Schiff.
Unser Freund Manfred
Donnerstag, 17. Januar
Die Frauen haben einige hundert Kilos an Lebensmitteln eingekauft. Ich habe
die 3 übrigen WC zerlegt, bin dann auf Ersatzteilsuche gegangen, ohne Erfolg,
also musste ich wie üblich improvisieren. Zum Schluss haben aber alle mehr oder
weniger wieder funktioniert. Manfred hat den ganzen Tag diverse Kabel und
Verbindungen neu gemacht, das meiste war verrottet. Haben Wasser gebunkert, 600
Liter in die Tanks und 200 Liter in Flaschen. Dieseltank gefüllt und 12
Kanister à 20 Liter auf Deck festgezurrt. Haben bei Tuga das alte Dinghi gegen
10 Liter Rum eingetauscht, das neue spannten wir aufs Trampolin Bb. Die beiden
Aussenborder kamen in die Bugkabine Stb. Die Henkersmahlzeit gabs im Chavo
d`Or.
Beim Apero
Freitag, 18. Januar
Eintrag ins Logbuch: Mindelo, Sao Vicente, stark bewölkt, 28°, Windstärke
5, Seegang 4, Breite 16° 09,5 Nord / Länge 26° 01,0 West, um 13:20 Anker hoch
und Leinen los. Viele Einheimische am Hafen die uns verabschiedeten (Waren ja
selbst bald Einheimische). Adieu Mindelo, nach 59 Tagen fahren wir Richtung
Westen. Bei Tarrafal wollten wir die 2. Genua setzen, der Schlitten, oben auf
20 Metern Höhe aber klemmte. Also durfte ich wieder einmal in den Mast, dies
aber auf dem Meer mit happigem Seegang. Dabei holte ich mir eine nette
Schulterfraktur und 2 aufgerissene Zehen, das fing ja gut an. Wolfgang, der
Doktor hat geflickt wie immer. Dafür konnten wir die 2. Genua montieren und mit
achterlichem Wind gings vorwärts. Wolfgang lag am Abend Flach, die Seekrankheit
hatte ihn wieder. In der Nacht kam Sturm auf, der Autopilot wollte bei diesem
Wind und Seegang nicht arbeiten. Manfred und ich mussten also die ganze Nacht
von Hand steuern. Wir hatten uns den 1. Tag auf See eigentlich anders
vorgestellt.
Samstag, 19. Januar
Liefen um 260°, immer noch sehr stürmische See. Wolfgang immer noch nicht
fit, auch Lucia und Manfred waren grün in den Gesichtern! Ein Kurzschluss legte
die beiden Bilgenpumpen in den Motorräumen lahm. Durch die hohen Wellen von
hinten nahmen wir Wasser auf! Manfred hat dann von der Navigationsecke im Salon
unseren Strom geholt und mit Kabeln übers Deck die Pumpen versorgt. Neuer
Versuch mit dem Autopiloten scheiterte. Also weiter wie gehabt, von Hand.
Mühselige Arbeit weil das Instrument für die Windrichtung nicht funktionierte,
also immer auf die Mastspitze auf den Verklicker schauen. Hatten bald
Genickstarre! Inge und ich waren die einzigen beim Abendessen, komisch, das
Essen war doch lecker!
Wohl etwas Müde
Sonntag, 20. Januar
Wolfgang hatte immer noch keine Farbe im Gesicht, war aber auf dem Weg der
Besserung. Musste die Bilgenpumpe im Stb Motorraum ersetzen, diese hielt den
Dauerbetrieb nicht aus. Schöne Arbeit im stinkigen Motorraum, halb gefüllt mit
Brackwasser, bei diesem hohen Seegang. Als ich wieder rauskam war mir auch
nicht mehr so wohl. Mussten den Bowdenzug der Stb Lenkung kürzen und neu
befestigen, Ruder hatte zuviel Spiel. Um Mitternacht konnte ich das 1. Mal mein
Bett aufsuchen, Wolfgang war wieder mehr oder weniger ok.
Nun hat er wieder etwas Farbe im Gesicht
Montag, 21. Januar
Ich ging nach dem Frühstück wieder ins Bett, war halbtot. Um 16:00 ein
Geschrei an Bord, wir hatten einen Wahoo von sage und schreibe 158 cm gefangen.
Der Köder der Wolfgang verwendete war ein Stück rotweisses ausgefranstes Tau!!
Fuhren ein wenig zu tief und so liefen wir mit Gross und Genua etwa 300° um
wieder ein bisschen Höhe zu gewinnen. Habe die Schläuche der Dusche in meiner
Koje höher verlegt da immer noch viel Wasser eintrat. Haben das Schiff immer
nur leer probiert, jetzt aber hatten wir viel mehr Gewicht an Bord, die Lotus
war viel tiefer im Wasser. Mehr Personen mit Gepäck, viel Wasser und Sprit,
Lebensmittel und ca. 500 kg Ersatzteile, Dingi, Außenborder etc.
Dienstag, 22. Januar
Nach dem Morgenessen musste ich 14 fliegende Fische (tote) entsorgen. Diese
hatten sich wahrscheinlich während der Nacht verflogen und sind bei uns an Bord
gelandet. Die Mehrzahl befand sich unter dem Dinghi. Fuhren den ganzen Tag
unter Gross und Genua, allerdings immer noch von Hand. Wollten den Strom für
den Autopiloten für die Nacht sparen. Auf meiner Nachtwache morgens um 02:00
gab unser GPS den Geist auf, so fuhr ich nur nach Kompass weiter, die Reise war
ja noch lang und auf einige Meilen mehr oder weniger kam es auch nicht
an.
Unter Passatsegel
Mittwoch, 23. Januar
Gottseidank hatte Manfred ein 2. Hand-GPS eingepackt, das wir nun
gebrauchen konnten. Ganzer Tag unter Passatsegel mit wenig Wind und relativ
ruhiger See. Weil unsere Pfannen vom Braten des Fisches ziemlich angekohlt
waren, haben wir diese im Speedgang gewaschen.
Automatische Abwaschmaschine
Donnerstag, 24. Januar
Habe nicht viel geschlafen weil die ganze Nacht etwas unter meinem Bett
schabte. Nach dem Frühstück habe ich alles ausgeräumt, Proviant, Unmengen von
Wasserflaschen, Schwimmwesten etc. Nach dem ordentlichen Einlagern hatte ich
nun Ruhe. Die Abstellvorrichtung des Volvo Motors ging defekt, der Bowdenzug
brach. Ich konstruierte mit einem Seil ein Ersatz, von nun an mussten wir den
Motor hinten bei der Treppe abstellen (Normal beim Steuerrad).
Beim Mittagessen an der Stehbar
Mit 10 Kn unterwegs
Freitag, 25. Januar
Wenig Wind den ganzen Tag, haben ein bisschen mit Segelstellungen
laboriert. Mussten die Uhren 3 Std. zurückstellen weil wir über den 40.
Längengrad kamen. 12:00 mittags, 15° 01,8 Nord / 42° 28,2 West. Habe den
Abwasserschlauch der Bilge auf Bb höher verlegt weil immer noch Wasser eintrat.
Hatte die Hundewache 24:00-04:00.
Malochen an Bord
Samstag, 26. Januar
Endlich wieder mehr Wind aus NO. Also Passatsegel. Das 1. Mal dass unser
Autopilot 100% funktionierte. Hatten herausgefunden, dass es einen Kurs gibt
der nicht zuviel Strom frass. (Grösseren Gierwinkel). Auch war das Gerät für
ein Einrumpfboot von max. 9 Metern Länge, max. 5 Tonnen und eine max. Geschwindigkeit
von 7 Knoten programmiert!!! Wir hatten 13 Meter, 12 Tonnen und liefen locker
10 Knoten. Um 23:00 musste ich wieder einmal die Steuerung reparieren, hatte
wieder zuviel Spiel.
Endlich einmal eine Pause
Montag, 28. Januar
Auf meiner Wache 04:45 kam ein Öltanker auf gleiche Höhe und begleitete
mich ca. 10 Minuten. Der war wahrscheinlich neugierig weil wir ohne Lichter
fuhren! Man spart ja wo man kann, der beste Elektriker (Manfred) an Bord nützte
da auch nichts. Nachher machte er einen Bogen und entschwand Richtung 330°.
Wolfgang und ich haben am Morgen den Kühlschrank mit Iso-Schaum isoliert. Lucia
hatte sich alle Haare abgeschnitten, kahl wie ein Kinderpo! Nachmittags fingen
wir eine Dorade von 130 cm und ca. 25 Kilo Gewicht.
Nettes Teil, wieder einmal Fisch
Dienstag, 29. Januar
6 Delfine begleiteten uns fast eine Stunde. Wir versammelten uns vorne
auf dem Trampolin für eine Salzwasserdusche aus der Pütt. Mussten die
Bilgenpumpe vom Bb Motor ausbauen und zerlegen. Hatte sich viel Schmutz, Papier
und Kabelreste angesammelt. Heute fuhren wir eine heisse Rille, zeitweise mit 12
Knoten, das ergab ein 24 Std. Etmal von 194 Sm.
Salzwasserdusche
Mittwoch, 30. Januar
Segel umgebaut auf Gross und Genua. Ganzer Tag viel Wind und hohe
See. Sind in die Wellentäler gesurft mit bis zu 17,5 Knoten Speed! Als ich
morgens um 04:00 meine Wache antrat sagte Wolfgang es sei alles i.O, ausser
dass wir einen totalen Stromausfall hatten. Er ging zu Bett, machte ja keinen
Sinn in der Dunkelheit den Fehler zu suchen. Also fuhr ich die Kiste wieder von
Hand durch die Nacht.
Ablösung Nacht - und Ruderwache
Donnerstag, 31. Januar
07:00 Arbeitsbeginn, Wolfgang und ich zerlegten das Armaturenbrett und
haben alle Kabel überprüft und ausgemessen. Alles bestens. Der Unterbruch war
im Motorraum zwischen Relaiskasten und Alternator. Mussten ein anderes Kabel
einziehen, Gott sei Dank konnten wir das von der Stb-Seite ausbauen, sonst…!
Auch hier wurde Manfred wieder dringend gebraucht. Ganzer Tag viel Speed unter
Passatsegel. Wolfgang und ich fuhren durch die ganze Nacht ohne Schlaf, wir
näherten uns Martinique, das wollten wir nicht verpassen.
Martinique, im Süden Sainte-Anne
Freitag, 1. Februar
04:00, Ste. Anne, Martinique. Log: 14° 25,9 Nord / 60° 53,3 West, 2319
Seemeilen. 13 Tage auf See.
Schwierige Einfahrt da stockdunkle Nacht war, viele Segler vor Anker ohne
Licht. Haben ein Tau im Propeller gefangen und konnten nur mit Leerlaufdrehzahl
fahren wegen der Unwucht, daher sprach das Ruder nur schlecht an. Zu guter
letzt hat die Ankerwinsch geklemmt, Wolfgang musste sie zuerst zerlegen. Gegen
5 Uhr fielen wir todmüde ins Bett. Nachmittags verlegten wir die Lotus
nach „Cul de Sac du Marin“. Hier gab’s einen Großeinkauf. Abendessen gabs in
der Marina, Super Restaurant mit Live - Musik.
Samstag, 2. Februar
Sind das 1. Mal mit unserem neuen Dinghi ausgerückt, geht super mit dem 15
PS Mercury Motor. Habe in der Marina diverse Anrufe gemacht um mich
bei den Eltern und Freunden zurückzumelden. Frühstück gabs im Restaurant der
Mango Bay. Diverse Taue und Kabel zum Abschliessen fürs Dingi angefertigt.
Danach mit Kanistern an der Tankstelle Wasser geholt. Um 16:00 ging der Anker
hoch, wir fuhren nach Petit Anse d`Arlet, da kamen wir um 19:00 an. Schon um 20
Uhr war für mich Nachtruhe angesagt, Müde und kaputt.
Anse d'Arlet
Sonntag, 3. Februar
06:30 war ich schon unterwegs um im Dorf Baguettes, Croissants und frische
Eier zu holen. Traumhaftes, kleines Dörfchen, wie im Märchen! Danach gingen wir
am Strand spazieren. Beim Abwasch nach dem Mittagessen, sass ich wie immer auf
der untersten Stufe um Geschirr im Meer vorzuwaschen, da passierte es. Ich
kippte vornüber ins Meer, natürlich mit Kleidern, Schuhe und Sonnenbrille.
Pfanne und Besteck musste ich dann auf 7m Tiefe wieder raufholen, unter
spöttischen Bemerkungen meiner Freunde. Kann wirklich jedem passieren..
Nachmittags machte ich den 1. Service am Mercury. Abendessen auf dem
Schiff, um 20:15 alle zu Bett.
Montag, 4. Februar
Fuhren um 08:00 ab nach Anse Mitan (Immer noch Martinique), kamen da um 11
Uhr an. Haben da ausgiebig gebadet und geschnorchelt. Inge und Manfred fuhren
nach Fort de France, in die Hauptstadt. Lucia, Wolfgang und ich ins Internet
und nachher zum Kaffee. Dort machten wir einen Plan über unsere zukünftige
Reise. Abends dann alle an Land, spazieren und Pizza essen am Hafen. 21:30 waren
wir zurück auf der Lotus.
Bucht Le
Carbet
Dienstag, 5. Februar
Haben uns einen Renault Clio gemietet und dann gings los: Les trois Ilets,
Ducos, Le Lamentin, St. Joseph, Gros Morne, La Trinite, Ille de la Caravelle
(Halbinsel ganz im Osten), hier Mittagessen, weiter über: Sainte Marie, Le
Marigot, Le Lorrain, L Ajoupa-Bouillon, Le Morne Rouge, St. Pierre, Le Carbet,
Bellefontaine, Schoelcher nach Fort de France. Hier machten wir einen
Grosseinkauf in einem Supermarkt. Wollte mit meiner Visa Karte bezahlen, die
Verkäuferin schüttelte den Kopf, also gab ich ihr meine zweite, auch ohne
Erfolg. Die waren beide abgelaufen (Januar!) Manfred rettete uns. Zurück nach
Anse Mitan wo wir den Wagen wieder zurückgaben. Am Abend kamen Mario und Tanja
an. ( Sohn von unserem Wolfgang und seine Verlobte). Da gabs viel zu erzählen
bis nach Mitternacht.
Besuch im Museum
Mittwoch, 6. Februar
Manfred schlief in meiner Koje, hat aber so geschnarcht dass ich ausgezogen
bin. Konnte allerdings im Salon auch nicht schlafen. 06:30 machte ich wieder
die Tour zum Bäcker. Wolfgang und ich mit dem Dinghi nach Fort de France zum
Einklarieren. Im Windschatten der Fähre mit Topspeed brauchten wir nur 12 Min!
Donnerstag, 7. Februar
Überführten die Lotus nach Grand Anse, haben da die neue Badeleiter
montiert. Mario hat den neuen Radio und die Lautsprecher eingebaut. Danach
spazierten wir am Strand. Hatten das Dinghi lausig angebunden am Steg. Der Wind
drehte und das Ding kam unter den Holzsteg wo es die Motorabdeckung arg in
Mitleidenschaft zog. Um 17 Uhr verließ uns Inge und flog zurück nach Hannover.
Gönnten uns am Abend einen Pastis am Strand, die Stühle und Tische standen im
seichten Wasser, wie in einem Ferienprospekt. 21:00 zu Bett.
Freitag, 8. Februar
08:40 Anker hoch, ca. 180° auf dem Kompass und ab nach St. Lucia in die
Rodney Bay. Hier lebte Lucia einige Jahre und begleitete Charter – Boote. Um 13
Uhr kamen wir an und gingen sofort in die Marina, wir brauchten dringend wieder
einige Ersatzteile. Auch musste ich meiner Bank in Spanien beibringen dass
meine beiden VISA – Karten nicht mehr funktionieren. Sie versprachen mir, dass
in einigen Tagen wieder Geld da sei. Abends gings in die Shamrock – Disco, mit
dem Dinghi bis vor die Haustüre. Bei lauter Musik spielten wir einige Partien
Billard. Gegen Mitternacht gingen wir ins Dorf. Jeden Freitag ist da die Hölle
los. Man stelle sich eine Strasse von ca. 500 Metern länge vor. Am Anfang und
am Ende werden Lautsprecherboxen in der Grösse von Einfamilienhäusern aufgestellt,
mit einigen tausend Watt gefüttert und los geht die Partie. Hier trifft sich
die halbe Welt, Segler, Taugenichtse, Piraten, Alkis, Drogis, Schwule, Lesben
etc. Haben da an einer Imbissbude gegessen und einige Drinks genommen. Bei
überlautem Rap- Getöse haben wir die Szene genossen, muss man gesehen haben,
kann man nicht beschreiben. Weit nach Mitternacht kamen wir ins Bett.
St.Lucia und die Pytons
Samstag, 9. Februar
Lucia, Wolfgang, Manfred und ich gingen Einkaufen, nahe der Marina. Mittags
war Ausruhen angesagt, Sonnen, Lesen, Baden. Abends nahmen wir den Apero im
Shamrock. Danach wollten wir Essen gehen, beim Lesen der Speisekarte verging
uns aber der Appetit. 1 Bier 5 Dollar, Wein ab 60, 1 Steak ab 70 Dollar. Zurück
aufs Boot, da gabs Salami, Brot und Wein, einiges billiger als an Land.
Sonntag, 10. Februar
09:00 fuhren wir ab nach Martinique, nur Wolfgang, Manfred und ich. Manfred
reiste nach Hause. In St. Anne ging er von Bord. Um 18:00 waren wir wieder in
der Rodney Bay. Wolfgang kochte uns etwas Leckeres und um 21:00 war Nachtruhe.
Die
ersten Händler kommen an
Montag, 11. Februar
Nach dem Morgenessen gings an Land, jeder hatte irgendwas zu erledigen. Ich
musste einige Anrufe in die Schweiz und nach Spanien machen. Die
Telefongesellschaft „ Cable & Wireless „ muss ja richtig Kohle machen,
nahmen sie mir doch für 2 Minuten Gespräch sage und schreibe 10 Dollar
ab!! Abends gingen wir ins „ Triangle „ zum Essen, war gut aber teuer. Danach
habe ich alle zu einem Drink eingeladen. Wir fuhren mit dem Dinghi in den
Zufahrtskanal der Marina, hier hatte es eine nette Bar, wie immer voller
internationaler Weltenbummler. Um 22 Uhr zurück auf die Lotus.
Dienstag, 12. Februar
Die Bilgenpumpe im Bb Bad ging fest und musste ersetzt werden. Auch die im Motorraum
auf der gleichen Seite verlangte nach einer Reinigung. Musste wieder einmal
mein Bett ausbauen, darunter ist der Relaiskasten. Von dort zog ich eine neue
Masseleitung bis zum Navigationstisch. Lucia, Tanja und Mario waren den ganzen
Tag in Castries, dort mussten sie allerlei Papiere für die bevorstehende
Heirat organisieren. Abendessen an Bord, um 20:00 war Nachtruhe.
Tanja & Mario
Mittwoch, 13. Februar
Um 4 Uhr früh riss uns ein gewaltiges Gewitter aus den Träumen. Sofort
waren wir mit Pfannen und div. Behältern am Wassersammeln. Weil es so schön
kühl war haben wir gleich mit der Arbeit begonnen. Wolfgang und ich haben das
Gelenk des Bb Ruders aufgebohrt, revidiert und neu verschraubt. Danach habe ich
am Bug das Loch für den Kettenaufzug aus dem GFK ausgesägt, damit der Anker
ganz hoch kam. Danach habe ich den Bowdenzug der Motorabstellung ausgebaut, der
ja sowieso nicht mehr funktionierte. Abends gingen wir ins Internetcafé, unsere
Freunde wurden wieder einmal angeschrieben.
Donnerstag, 14. Februar
Nach dem Frühstück gings per Autobus nach Castries. In einer Anwaltskanzlei
haben Tanja und Mario geheiratet. Eine Standesbeamtin und die hübsche Anwältin
haben die Zeremonie vollzogen. Lucia und ich waren Trauzeugen. Zurück in der
Rodney Bay gingen wir zur Feier des Tages auswärts Essen. Danach gabs ein
Billard – Match im Shamrock. Zurück auf dem Kat servierte Wolfgang noch Whisky
Cola und selbstgemachten Rum Punsch. Da niemand mehr Durst hatte, gingen wir um
02:00 zu Bett.
Standesamt
in Castries
Trauzeuge Urs
Freitag, 15. Februar
Lucia und Wolfgang waren im Dorf unterwegs, sie mussten noch viel Bürokram
erledigen. Da Lucia hier gelebt hatte war es nicht so schwierig die richtigen
Leute zu erwischen, ausserdem spricht sie ja perfekt englisch und spanisch. Ich
habe das Dinghi gereinigt, ein Gewitter hat geholfen den Schaum zu entfernen.
Auch war wieder einmal ein Service am Mercury fällig. Waren alle Müde vom
Vortag und so war um 20 Uhr Ruhe im Schiff.
Samstag, 16. Februar
Um 09:00 ging der Anker hoch, wir segelten in den Süden von Martinique nach
Etang des Salinas. Da wir zu faul waren das Dinghi herunterzulassen sind wir
alle an Land geschwommen. Hatte viele Leute am Strand, nach einem kühlen Drink
sind wir wieder zurück auf die Lotus. Da uns der Rummel hier nicht gefiel,
verzogen wir uns ums Kap herum nach Ste. Anne. Lucia und Wolfgang blieben an
Bord, Tanja, Mario und ich gingen an Land. In einer Pizzeria liessen wir uns
nieder und haben da gut und billig gegessen. Auf der Promenade hatte es nur
wenige Leute, was uns nur Recht war.
Etang de
salinas
Sonntag, 17. Februar
Ging früh am Morgen frisches Brot holen, auch der Geldautomat meinte es gut
mit mir, seit langem spuckte er wieder einmal Euros aus. Wolfgang und ich sind
nach dem Frühstück mit dem Dinghi nach Le Marin gefahren. Haben hier einige
Anrufe gemacht und in einem Bootsladen div. Reparatursätze für unsere WC s
gekauft. Ein Bekannter von Wolfgang hatte hier auf dem Trockendock ein
Katamaran der überführt werden sollte nach Europa. Wir haben uns die „Fountaine
Pajot Venezia „ mit dem schönen Namen Independencia angeschaut. Das Boot wurde
total revidiert und sah sehr schön aus. Ich glaube, Wolfgang wurde mit dem
Eigner nicht einig über die Kosten der Überführung, so war dieser Törn also
hinfällig. Abends gingen wir alle am Strand spazieren und tranken noch einen
Pastis bei einem Einheimischen.
Montag, 18. Februar
Nach dem Frühstück fuhren wir los und segelten nach dem Hafen „ Col du Sac
le Marin „. Mit dem Dinghi gings bis zu einem grossen Supermarkt, da haben wir
richtig viel eingekauft. Das Dinghi wurde so beladen, wir mussten zweimal
fahren ob des Gewichtes. Pizza und Bier war zum Abendessen angesagt. Wir fanden
eine lustige Kneipe direkt am Meer, Stühle und Tische waren im seichten Wasser.
So hatte noch keiner von uns Pizza gegessen, die Füsse im Wasser!
Lichterlöschen war um 22:15.
Frühstück
auf der Lotus
Dienstag, 19. Februar
Gingen früh an Land ins Internet. Viele Freunde hatten uns Mails geschrieben.
Danach fuhren wir weiter nach „ Grand Anse d Arlets „, allerdings mit Motor da
Windstille herrschte. Nachmittags war Lesen, Baden und Schnorcheln angesagt.
Die Einheimischen machten am Abend ein Spanferkel, Tanja, Mario und ich liessen
uns das nicht entgehen. Bei Pastis und einer Partie Billard liessen wir den
Abend ausklingen.
Anse
d'Arlets
Mittwoch, 20. Februar
Habe eine Toilette revidiert, danach schwamm ich an Land (Anstatt Duschen).
Hier gönnte ich mir einen frischen Tomatensalat, dazu ein Caribe Bier. Der Rest
der Crew blieb an Bord um zu Faulenzen. Alle Müde und so war um 20:30
Feierabend.
Donnerstag, 21. Februar
Um 10:00 ging der Anker hoch. Unser Weg führte uns nach Norden in das
berühmte Städtchen Ste. Pierre. Alle 30 Minuten über den ganzen Tag hat’s
geregnet.
Danach wieder heiss und wieder Regen. Am frühen Abend gings an Land. Der
Vulkanausbruch hatte die ganze Stadt verschüttet, heute noch ist alles schwarz,
mehr als die halbe Stadt ist ausgebrannt. Viele Häuser sind unbewohnt und
zerfallen. Wenn es Nacht wird in Ste. Pierre wird’s unheimlich, schlechte
Beleuchtung der Strassen und Häuser. Sieht aus wie im Krieg nach einem
Bombenangriff, viele Leute wohnen in Ruinen zum Teil ohne Dach. Hier möchten
wir nicht lange bleiben. Gingen früh zu Bett, weil es heftig regnete.
Ste.Pierre
Angebrannte Häuser
Schwarze Ruinen
Freitag, 22. Februar
Am Morgen dann hatten wir einen happigen Sturm mit viel Regen, auch die
Temperatur fiel stark. Trotzdem brachen wir auf, viele Wellen deckten das Boot
einige Male komplett zu. Bei meiner Siesta wurde ich geduscht in der Koje, die
Dachluke war scheinbar nicht ganz zu, das Bett einmal mehr voller Salzwasser.
Um 18:00 fiel der Anker in Portsmouth auf der Insel „ Dominica „. Viele Segler
im Hafen, alle suchten Schutz vor dem Sturm. Was sofort auffiel, die Insel hat
ein grün, das wir in der Karibik noch nie gesehen hatten. Sie soll die
Regenreichste sein. Abendessen gabs an Bord und um 21:30 war Ruhe.
Reste eines Schiffes
Schöner Ankerplatz
Schrottplatz vor
Portsmouth
Samstag, 23. Februar
Prince Rupert Bay nennt sich der Hafen. Wir gingen an Land um das Dorf zu
inspizieren. Viele gestrandete Schiffe, zum Teil liegen sie in den Vorgärten
der Häuser. Für die Entsorgung fehlt das Geld, dürfte auch nicht einfach sein,
weil die Dinger zum Teil über 50 Meter lang sind! Überall herrscht eine
unglaubliche Armut, zerfallene Häuser, verfaulte Holzbaracken, Abwässer in den
Strassen und überall Unrat. Tanja hat sich hier Zöpfe flechten lassen, musste
sich einige Stunden in Geduld üben. Wolfgang und Mario haben Brot und Roulade
gebacken. Habe bis 4 Uhr früh gelesen weil ich nicht schlafen konnte. Eine
Disco befeuerte uns mit Rap, mussten alles Schwerhörige gewesen sein, die Lotus
hat vibriert vom Bass der Lautsprecher.
Toll, wenn man dahinter wohnt
Schöne
Aussicht vom Haus
Sonntag, 24. Februar
Nach dem Frühstück gingen wir Wracktauchen. Da die Schiffe nicht tief
liegen konnte man leicht hinuntertauchen. Viele Fische, Seeschlangen und
Seesterne im innern der Wracks. Gefährlich waren nur die vielen verrosteten
Eisen- und Blechteile, vor denen musste man sich in Acht nehmen. Nachmittags
gings nach Süden, in die Soufriere Bay, immer noch auf Dominica. Hatten viele
Probleme zum Ankern, das Ufer fällt hier sehr steil ab, nach 20 Metern vom Ufer
entfernt hatten wir schon 60 Meter Wassertiefe. Haben lange gesucht und konnten
dann auf 15 Meter Wassertiefe ankern, jedoch war der Untergrund felsig.
Wunderschönes kleines Dorf in einer traumhaften Bucht. Keine Segler hier,
wahrscheinlich wegen dem schlechten Ankergrund. Müde von gestern ging ich um
20:15 zu Bett.
Montag, 25. Februar
Tanja, Mario und ich machten eine Rundfahrt in der Bucht. Bei vollem Speed
bin ich in einem Fischernetz hängen geblieben, hat uns fast aus dem Dingi
geschmissen. Konnten das Netz und die Taue aber leicht wieder entfernen, den
Propeller musste ich danach allerdings wieder richten. Nach dem Frühstück gings
weiter nach Martinique, in die Anse Mitan. Wir mussten langsam zurück weil
Tanja und Mario nach Hause mussten. 18:30 kamen wir an und gingen ins „La
Moudry“ zum Essen, das liegt direkt am Dingi-Steg. Danach machten wir einen
Spaziergang im Jachthafen. Den Sundowner nahmen wir an Bord zu uns, tranken auf
eine gute Heimreise für das frischvermählte Paar.
Dienstag, 26. Februar
Heute war grosse Wäsche angesagt, das Dinghi wurde voll beladen. Am Hafen
gibt es eine moderne Wäscherei, die man sogar noch bezahlen kann. Die Wartezeit
haben wir mit einigen Anrufen in unsere Heimatländer verkürzt. In einem
Bootsladen habe ich mir Flossen, Taucherbrille und Schnorchel gekauft. Um
15:30 gingen Tanja und Mario von Bord und Richtung Flughafen. Abends gönnten
wir uns eine Pizza, leider nur noch zu dritt. Nachtruhe war um 21:30.
Mittwoch, 27. Februar
Da wir mit dem Kat nirgendwo anlegen konnten musste ich mit dem Dinghi
Wasser holen. Schöne Arbeit, 600 Liter Wasser zu holen, alles mit 5 Liter
Mineralwasserflaschen. Wie sagt man so schön: Gott gab uns die Zeit, von Eile
hat er nichts gesagt. Danach fuhren wir ab nach Fort de France. Hier machten
wir einen Grosseinkauf für unsere weitere Reise in den Norden, auch einen Chip
für mein Mobiltelefon konnte ich kaufen. Um 17:00 ging der Anker hoch, bei
wenig Wind passierten wir in der Nacht Dominica, waren fit und so gabs nur
wenig Schlaf für uns beide.
Donnerstag, 28. Februar
Nach 23 Stunden kamen wir um 16:00 in „Terre de Haut“ auf der Inselgruppe
Les Saintes an. Man sagt, diese Insel sei die Schönste in der Karibik, sie
misst nur 4 Km2. Das malerische kleine Dörfchen hat viel Charme und ist
ausschliesslich von weissen Franzosen bewohnt. Gingen da spazieren und tranken
Bier im Hafengebiet. Kamen uns vor wie in einem Märchen, einfach traumhaft. Um
20 Uhr fielen wir todmüde ins Bett.
Terre de Haut
Sicht von
Cabrit
Freitag, 1. März
Nach dem Frühstück gings weiter in die „Anse sous le vent“ auf Ilet de
Cabrit. Hier machten wir eine Wanderung auf den Berg zum Fort Josephine. Alte
Befestigung aus dem Krieg, zum Teil noch gut erhalten, wahrscheinlich weil man
hier nur mit dem Schiff hinkommt. Traumhafte Aussicht von da oben, viele
Landkrebse, Pelikane und Ziegen wohnen hier. Zurück auf der Lotus mussten wir
diese vom Salz entfernen, hatten viel davon an Deck, schruppen war also
angesagt. Kurz nach Sonnenuntergang war Nachtruhe angesagt.
Illet de Cabrit
Blick auf Sous le vent
Samstag, 2. März
Wolfgang und ich machten uns auf den Weg in die Berge, wir stiegen auf bis
zum Fort Napoleon. Von hier sieht man die ganze Inselgruppe von Les Saintes. Im
Fort leben viele Leguane absolut frei, die sind sich an Menschen gewöhnt,
teilweise kann man sie sogar anfassen. Kaum waren wir zurück auf der Lotus hat
uns ein Franzose mit seiner Jacht gerammt. Beim Ablegen kam ihm seine
Ankerleine in den Propeller, der Motor stand still und der Wind hat ihn
abgetrieben, genau auf unser Vorschiff. Haben die Jacht bei uns festgebunden,
Wolfgang tauchte und hat ihm die Leine entfernt. Dafür hat er uns aufs Schiff
eingeladen und Pastis und Gebäck serviert. Beschädigungen gabs praktisch keine.
Wir stellten fest, dass wir fast keinen Batteriestrom mehr hatten. Das Übel
hatte ich schnell gefunden, der Alternator war abgebrochen und lag im
Bilgenwasser. Wolfgang hat ihn zerlegt und gereinigt. Ich musste den
abgebrochenen Bolzen im Motorblock ausbohren und ein neues Gewinde schneiden.
Die Ersatzschraube holte ich am defekten Stb Motor, auch das Relais der
Vorglühung musste ich ersetzen, war total verrostet. Tolle Arbeit dort unten..!
Liessen den Motor 2 Stunden laufen und schon hatten wir wieder Strom, ganz
einfach! Nach ausgiebiger Körperreinigung ab ins Bett.
Terre de Haut
Blick auf die Lotus vom Fort Napoleon
Ankerplatz Bourg des Saintes
Sonntag, 3. März
Morgens machten wir eine Wanderung von 4 Stunden über „Bourg des Saintes“.
Nachmittags haben wir die Seilzüge der Ruderanlage ausgewechselt. Danach sahen
wir aus wie Kaminfeger, nur öliger! Wir hörten, dass eine Segeljacht
verunglückt sei, haben das Dinghi gestartet und sind auf die Ostseite der Insel
gefahren. Tatsächlich lag da eine Jacht auf dem Riff, das Unterwasserschiff
total zerfetzt, kurz vor dem Sinken. Leute sahen wir keine, konnten da auch
nicht hin, die Riffe hätten aus unserem Dinghi kurzen Prozess gemacht.
Abendessen gabs an Bord. Diskutierten noch lange über diese Gefahren bei Riffen
oder Felsen, speziell bei auflandigem Wind.
Die Lotus vor Cabrit
Montag, 4. März
Fuhren früh los in die „Anse Fidelity“ auf Terre Bas. Leider war da nichts
los, kein Laden, kein Restaurant, nichts. Sind dann weiter nach Guadeloupe. Um
15:15 ankerten wir in der Anse du Barque. Hier gab es auch nichts, aber die
geschützte Bucht versprach ein ruhiges Nachtlager, ohne Wellen und Schwell. In
der ganzen Bucht hatte es nur 5 Segelschiffe. Da wir einen langen Tag hinter
uns hatten gingen wir um 19:30 zu Bett.
Leicht schiefe Häuser
Schöne Farbkontraste
Dienstag, 5. März
08:30 Abfahrt nach der Insel „Goyave“. Diese steht unter Naturschutz und
gehört zum Nationalpark J. Cousteau. Ankern ist hier strengstens verboten,
mussten an einer Boje festmachen. Das Gebiet wird sehr streng überwacht. Gingen
da Schnorcheln und Tauchen, fantastische Unterwasserwelt die noch in Ordnung
ist. Viele Korallen und bunte Fische bei wenigen Metern Wassertiefe. Gegen
Abend fuhren wir ans Festland in die Bucht „Pte. Malendure“, hier spazierten
wir durch das kleine Dörfchen. Essen auf der Lotus mit selbstgebackenem Brot,
Salami und Wein.
Bar in Malendure
Mittwoch, 6. März
Morgens haben wir im Norden der Bucht geschnorchelt. Unterwasserwelt vom
Schönsten, Moränen, Trompetenfische, Kugelfische, Krebse etc. Gegen Mittag
fuhren wir in die „Anse Deshaie“. Wind und Wellen gegen uns, 4 Stunden bei
harter und grober See, mit viel Regen. Kamen um 17:00 an und inspizierten das
Dorf, haben bei SPAR eingekauft und uns ein Bier in einer schönen Bar direkt am
Wasser gegönnt. Heftiger Wind und starke Böen aus Nord die ganze Nacht.
Anse Deshaie
Donnerstag, 7. März
05:30 Aufruhr im Schiff, Wolfgang weckte mich. Totaler Stromausfall. Nicht
schon wieder! Haben lange gesucht und gemessen. Unterbruch lag im Hauptstrang
zum Motor, Kabel war praktisch entzwei, morsch und oxidiert. Auch diesen
Schaden konnten wir reparieren. Das alles bei einem fast neuen Schiff,
unglaublich! Danach haben wir die Wanten justiert und nachgespannt. Abends
spazierten wir durchs Dorf, unter Regenschauern. Abendessen auf dem Kat, 20 Uhr
zu Bett.
Deshaie
Freitag, 8. März
Einmal mehr musste die Bb Bilgenpumpe im Motorraum ausgebaut werden. Nach
intensiver Reinigung und Zureden nahm sie ihren Dienst wieder auf. Lausiges
Wetter, Wind, Regen, Sturmböen. Gingen an Land zum Einkaufen und besuchten das
Internetcafé. Da es in Anse Deshaie keine Tankstelle gab, liefen wir mit dem
Benzinkanister 8 Km ins nächste Dorf um Sprit für das Dinghi zu kaufen. Ich
glaube, am Schluss wog der Kanister gegen 50 Kilo!! Abends haben wir einige
Karten für unsere Weiterreise studiert. Wie immer früh zu Bett.
Samstag, 9. März
Um 05:00 ging’s los, Richtung 340°. Haben einen grossen Wal ca. 200 Meter
von uns entfernt gesehen. War sehr eindrücklich, dieses Tier einmal in Natura
zu sehen. Vor der Insel Montserrat haben wir Live erlebt wie der Vulkan
„Soufriere“ ausgebrochen ist. Viel Lava, Schutt und Asche kamen die Abhänge
herunter und vor uns ins Meer. Wir hielten ein wenig Abstand. Bei der kleinen
Insel „Redonda“ wollten wir übernachten, fanden aber keinen vernünftigen
Ankergrund, nur Fels. Also gings weiter nach Charlestown auf der Insel Nevis.
Der Anker fiel direkt am Sandstrand vor dem Dorf. Alle waren wir ziemlich Müde,
so war um 20:00 Nachtruhe angesagt.
Der Soufriere bricht aus
Sonntag, 10. März
Nach dem Frühstück besuchten wir das Dorf, aber welche Enttäuschung,
alles ist in bedenklichem Zustand. Die meisten Häuser verlassen, Hotels, Bars,
Restaurants für immer „ Closed“. Haben gesucht aber keine Bar oder dergleichen
für einen Café gefunden. Also Abreise nach der Insel St. Kitts in die White
House Bay. Hier liegt ein Fischtrawler vor dem Strand auf Grund. Sind in dem
Wrack getaucht, alle Maschinenteile, Ruderanlage etc. sind noch intakt. Darin
sahen wir eine Riesenschildkröte und einige Moränen. Wurden gestört durch
Pelikane, die sich im Sturzflug ins Meer stürzten um ihre Fische zu holen.
Nevis
Saint Kitts
Montag, 11. März
Trotz allem wollten wir Charlestown noch einmal sehen. Alle fuhren wir an
Land zum Spazieren. Was uns auf den Strassen entgegenkam ist kaum zu
beschreiben. Autos amerikanischer und japanischer Bauart, die meisten ohne
Türen, Scheiben, total verbeult, keine Scheinwerfer, anstatt Sitze hatten sie
Plastikgartenstühle. Ich denke dass alles was nicht Niet- und Nagelfest sitzt
einfach geklaut wird. Nicht dass man denkt weil keine Positionslichter und
Scheinwerfer vorhanden sind, man könnte nachts nicht fahren, denkste, volle
Kanne! So um 11 Uhr kommt leben ins Dorf, in den Kirchen wird gesungen und
getanzt, wie im Film. Mit Reggae und Gospel wird das Volk unterhalten, auch wir
hörten zu und klatschten mit, waren die einzigen Fremden. Danach Anker hoch und
im Rücken von St. Kitts gings hoch über Eustatius und Saba nach St. Barth. Hier
ankerten wir auf Reede vor der Hauptstadt Gustavia. Diese Gegensätze sind
unglaublich, Nevis und St. Kitts am verhungern, St. Barth gleicht Monaco oder
Marbella. Megayacht an Megayacht im Hafen. An Land Boutique an Boutique, alle
Geschäfte mit Namen sind hier vertreten. Haben dann an Bord bis spät in die
Nacht über diese Gegensätze diskutiert.
Dienstag, 12. März
Nach dem Frühstück ging ich an Land, die Jachten anschauen. Kam aus dem
Staunen kaum heraus was da alles vor Anker lag. Mittags kamen Lucia und
Wolfgang dazu, wir assen in einem Freiluftbiergarten. Ab 16 Uhr standen die
Megayachten vor dem Hafen in Kolonne, alle wollten hinein. Da der Hafen nur
kleine Schiffchen bis max. 50 Meter zulässt, mussten die grösseren draussen auf
Reede ankern. So Schade, wollten doch sicher viele ihre Spielzeuge zeigen,
kamen dann aber trotzdem mit Dinghis von 10 Metern länge! Dann wurde eingekauft
bei Dior und am Schluss noch eine Rolex bevor sie wieder an Bord gingen. Wir
sahen viele Kreuzfahrtschiffe, ein Riesenkat aus Schweden und die Club Med 2
lagen vor Anker. Beeindruckt von allem gingen wir um 20 Uhr zu Bett.
Hafen von Gustavia, St. Barth
Abendstimmung
auf St.Barth
Mittwoch, 13. März
Um 07:00 holte ich frisches Brot an Land. Die Crews der Megayachten waren
schon am putzen und polieren. Während dem Frühstück sah ich neben der Lotus
eine Riesenschildkröte, sofort Taucherbrille und Flossen montiert und ins
Wasser, sie war aber schneller und tauchte ab, dabei wollte ich nur ein wenig
gezogen werden. Nachmittags haben wir die Gegend angeschaut, liefen hoch zum
Leuchtturm und auf die Spitze des Hausberges. Der Flugplatz ist sehenswert, die
Anflugschneise führt den Berg hinunter, kurze Landepiste und 30 Meter Sand dann
das Meer. Ein Schild im Sand weist auf Flugbetrieb hin, geht ganz einfach.
Geflogen wird nur mit kleinen Flugzeugen, aber mit Turbinen. Abends sassen wir
am Hafen und hörten Live Musik der div. Jachten, sogar kostenlos! Jeder wollte
seinen Nachbar übertrumpfen und lud die grössere Band zum Spielen ein.
Leuchtturm über Gustavia
Donnerstag, 14. März
Haben das Gross-Segel demontiert und die defekte Reffleine ersetzt. Das
Segel mussten wir an div. Stellen nähen, resp. Flicke einsetzen. Nachmittags
liefen wir über den Berg, vorbei am spektakulären Flugplatz in die Bucht von
St. Jean, traumhafter Sandstrand, einige Strandbars, mittendrin ein Luxushotel,
aber fast keine Leute. Richtig schön um Urlaub zu machen. Zurück im Hafen sahen
wir die „Endavour“ einlaufen, die Segeljacht die einmal den America s Cup
gewonnen hat. Man sagt, sie sei für 30 Mio. Mark umgebaut und restauriert
worden, wenn man das Schiff genauer anschaut glaubt man das sogar. Alles vom
feinsten, Teak-Deck, Kohlefaser Mast und Segel, Winschen vom besten, die
Aussenhaut lackiert wie ein Spiegel. Man kann da mitfahren als Gast, für eine
Woche sind allerdings 8000 Dollar fällig, pro Person versteht sich.
Heisse Start-und Landepiste
Freitag, 15. März
09:00 fuhren wir weiter nach der“ Ile de Fourche“. Schöne kleine Insel im
NW von St. Barth. Hier haben wir das Unterwasserschiff gereinigt, danach war
faulenzen und baden angesagt. Abends bewachte uns ein Barracuda-Pärchen, wir
blieben an Bord, man weiss ja nie. Die Dinger waren etwa 80 Centimeter lang.
Wir mussten die Bucht nur mit vier Seglern teilen, eine ruhige Nacht war also
angesagt. Gingen früh zu Bett.
Netter Fünfmaster
Samstag, 16. März
08:00 Anker hoch und weiter nach St. Maarten, da kamen wir um 11 Uhr in der
Great Bay an. Die Bucht hat einen Durchmesser von ca. 1 Kilometer und ist nur 2
m tief. Kristallklares Wasser, weisser Sand, haben auf 1,5 m tiefe geankert, 20
Meter vom Ufer entfernt, das kann man nur mit einem Kat machen, der wenig
Tiefgang hat. Deswegen waren wir wohl die einzigen hier am Strand. Sind
einkaufen gegangen bei Sang, einem chinesischen Warenhaus. Abends gingen wir
spazieren durch Philippsburg. Die Hafenmeile hat knapp 2 Kilometer länge, 8
Spielcasinos, ca. 50 Juwelen- und Goldhändler und sonst nichts. Haben in einer
Hafenbar Bier getrunken, 1 Glas zu 2,50 Dollar, gingen um 22:30 wieder an Bord.
Hörten noch Super Musik von Radio St. Maarten.
Norden, Saint Martin / Süden, Sint Maarten
Dort ist was los
Sonntag, 17. März
Abfahrt über die Simpson Bay nach Marigot in die gleichnamige Bucht. Wenig
Wind, viel unter Motor. Schönes Städtchen, aber Sonntag war nichts los. Bis
gestern waren wir im holländischen Teil, jetzt sind wir auf französischem
Territorium. Sind da spaziert am Strand und haben Kaffee getrunken. Abends hat
sich ein Kat neben uns gelegt, wir hatten nur noch Schatten. Das Ding war ca.
35 Meter lang und ca. 15 Meter breit, 2 Masten von 40 Metern. Wir trugen es mit
Fassung. Die hätten fast die Lotus als Dingi mitführen können! Darauf eine
Familie aus Frankreich, 2 Erwachsene und 3 Kinder, dürfte ein bisschen eng
gewesen sein! Um 21:30 war Nachtruhe.
Netter Kat
Montag, 18. März
Fuhren mit dem Dinghi in die Marigot Lagoon Bay. Rings um die Lagune hat es
viele Restaurants und Boutiquen, die sind miteinander durch Holzstege
verbunden. Haben die neuesten Nachrichten im Internet gesehen und einige Mails
an unsere Freunde geschickt. Bei einem Bootshändler haben wir Offerten für
einen neuen Volvo Motor eingeholt. Dem Eigner der Lotus haben sie allerdings
nicht gefallen, sei zu teuer. Also musste es vorläufig mit einem Motor
weitergehen, haben uns ja so daran gewöhnt.
Dienstag, 19. März
Wolfgang und ich haben div. Firmen abgeklappert. Wir holten Angebote ein
für Kranarbeiten, Liegeplatz im Trockendock, Liegeplatz in der Marina und
nochmals für Motoren. Auch haben wir bei einem Dealer die Lotus zum Verkauf
angeboten. Der Chef kam am Abend und hat sich den Kat angesehen und einige
Fotos gemacht. Habe Lucia und Wolfgang zum Essen eingeladen in der Lagoon Bay
Marina. Danach hörten wir noch Live Musik in der Havannah Musikbar. Um 23:00 zu
Bett.
Mittwoch, 20. März
Nach dem Frühstück gingen wir nochmals zum Jachtbroker für die letzten
Angaben, waren aber alle viel zu teuer. Danach haben wir eingekauft und Wasser
gebunkert. Nachmittags war wieder einmal eine Generalreinigung fürs Dinghi
fällig. Gegen Abend lief die 150 Fuss Jacht „True Blue“ ein und ankerte neben
uns. Wie gehabt war die ganze Crew am putzen und polieren. Komisch daran war,
der Eigner war ein Schwarzer und die Weißen haben geschuftet.
Donnerstag, 21. März
Um 08:00 haben wir Ausklariert, Geld abgehoben und los gings Richtung
Norden. Haben die ganze Küste von St. Martin ( F ) passiert und sind um 12:00
in Anse Marcel „Port Lonvilliers“ angekommen. Traumhafte kleine Bucht mit
schneeweissem Sand, fast keine Leute. Danach gingen wir Schnorcheln zu einem
Riff. Fuhren mit dem Dinghi hinaus, Wolfgang hat den kleinen Anker im hohen
Bogen geschmissen, nur hatte er vergessen das andere Ende vom Tau am Dinghi
festzumachen. Er suchte und tauchte dann 45 Minuten lang, fand ihn aber wieder.
Abends schauten wir die Anlage von Port Lonvilliers genauer an. Wunderschöne
Anlage, gepflegter Hafen und mittendrin das Hotel „Meridien“. Haben da wieder
einmal in einem Süsswasser-Pool gebadet, die Drinks waren aber sehr teuer. Da
starke Bewölkung aufkam sind wir zurück zur Lotus und Wolfgang hat was Gutes
gekocht. In der Nacht hat es dann heftig geregnet, den Kat wieder einmal
richtig gewaschen.
Freitag, 22. März
Stark bewölkt und Regen. Haben in der Capitanerie Sprit geholt und dann
gings wieder auf grosse Fahrt. Sind nach Anguilla gesegelt, die Ostküste
hinunter bis an die Südspitze. Dann im Westen hoch bis in die „Meads Bay“.
Unterwegs haben wir einen Barracuda von 90 cm länge gefangen, liessen ihn aber
wieder frei. Bin in die Bucht geschwommen und spazierte am kilometerlangen
Sandstrand entlang. Einige Häuser und Strandbuden, aber menschenleer. Der
Strand aber vom feinsten, Korallensand, weiss und wie Puderzucker, nicht so
süss aber so feinkörnig. Abendessen gabs, mangels Lokale auf der Lotus, danach
früh zu Bett.
Vor Anguilla
Ankern
vor Meads Bay
Samstag, 23. März
Frühmorgens los nach Prickly Pear Cays. Am Ankerplatz haben wir einen Hai
von über 2m gesichtet, da verging uns das Baden, also Anker hoch und vorbei an
Dog Island, Coral Island nach Sandy Island. Die Insel ist 150 Meter lang, 30
breit und 50 Centimeter hoch. Mittendrin ein zerfallenes Restaurant, daneben
ein gestrandeter Ausflugdampfer und sonst nichts. Die Bar, Tische und Stühle
waren noch da, die Bedienung fehlte aber! Haben geschnorchelt im nahen Riff,
die Sicht war aber schlecht, hatte viel Dünung und daher viele Schwebeteile im
Wasser. Auch der Wind drehte auf SW, normal war NO. Abends sind wir den Hafen
von Road Harbour angelaufen und in Jonn s Bar nahmen wir den Sundowner.
Ehemalige Kneipe auf Sandy Island
Muscheltaucherin Lucia
Sonntag, 24. März
Haben morgens Ein- und Ausklariert und waren Einkaufen. Am Strand Kaffee
getrunken, der Besitzer ein Deutscher mit Familie betreibt hier eine kleine
Herberge, direkt am Strand. Nachmittags fuhren wir zur Insel Dog Island.
Unterwegs fingen wir einen Wahoo, den gabs zum Abendessen. Nachts um 22:30
ging’s weiter, Kurs 280°, Richtung Virgin Island. Die ganze Nacht sehr raue
See, aber wenigstens achterlichen Wind. Schlaf gab’s keinen!
Dog Island
Montag, 25. März
08:00 fiel der Anker im Eustatia Sound auf Virgen Gorda. Morgenessen und
Schlafen bis 12 Uhr. Danach habe ich das Dinghi gereinigt und bin dann in den
„Bitter End Yacht Club“ gefahren. Die Amis haben hier eine perfekte
Ferienanlage hingestellt, hier gibt’s und hat’s alles. Haben alles angeschaut,
und gestaunt. Später fuhren wir auf die Insel „Saba Rock“ für den Sundowner.
Dies war früher ein Felsen, den haben sie platt gemacht und ein Restaurant
darauf gebaut, Masse 50 x 50 Meter und dazu ein Anlegesteg. Mit dem Dinghi fuhr
man praktisch bis zum Tisch! Unglaublich aber wahr.
Eustatia Sound
Dienstag, 26. März
Frühmorgens fuhr ich mit dem Dinghi in die Marina um frisches Brot zu
holen, vergebens. Wartete bis gegen 9 Uhr, aber die Amis stehen scheinbar nicht
so früh auf. Zurück auf die Lotus, wir hatten ja noch altes Toastbrot. Nach dem
Frühstück wollten wir das Unterwasserschiff reinigen, ein Barracuda von über 1
Meter Länge hinderte uns daran. Er wich keinen Meter vom Schiff, obwohl wir
versuchten ihn zu verjagen. Ein grosser Rochen hat sich das alles angesehen,
konnte aber auch nichts ändern. Lucia und Wolfgang gingen zum nahen Riff um zu
Schnorcheln, ich blieb an Bord. Fühlte mich den ganzen Tag fiebrig! Habe den
Motor überprüft und festgestellt, dass der Simmerring der Wasserpumpe viel
Wasser verliert, fühlte mich aber nicht in der Lage etwas zu reparieren, also
nur Wasser aufgefüllt. Ging mit einem Aspirin früh zu Bett.
Mittwoch, 27. März
09:00 Abfahrt über die Westküste bis „Spanish Town“,Virgin Gorda. Haben uns
da in der Marina umgeschaut und waren Einkaufen. Hier jedoch ist alles sehr
teuer. Nachmittags habe ich die Wasserpumpe ausgebaut, Lager und Simmerring
waren defekt. Demontierte jene vom Stb Motor, die jedoch hatte ein Loch im
Gehäuse, Lager und Siri waren i.O. Habe das Loch mit einer Blechschraube und
Dichtmittel verschlossen. ( Wie Fred Feuerstein )! Alles wieder montiert und
das Ding war dicht. Geht nicht gibt’s nicht! Bin eine Runde um div. kleine
Inseln gefahren, habe gesehen, dass die Leute die darauf wohnen nette
Spielzeuge haben. Im Wasser, Powerboote mit 600 PS, an Land, Helikopter vom Typ
„Jet Ranger“. Man gönnt sich ja sonst nichts!
Donnerstag, 28. März
Habe bis 14 Uhr an einem abgebrochenen Bolzen der Einspritzpumpe
gearbeitet. War sehr angenehm im Motorraum, viel Schwell, Hitze und Brackwasser
in der Bilge. Sah danach aus wie ein Schw.... . Nach intensiver Körperreinigung
gings an Land, ins Internet. Funktionierte allerdings nicht, war den
Angestellten aber egal, also keine Mails. Abends suchten wir eine Kneipe, wo
man das Essen bezahlen konnte, nicht einfach in Spanish Town. 21 Uhr war
Funkstille an Bord.
Strand auf Virgin Gorda
Freitag, 29. März
Auffallend hier, alle Autos sind links gelenkt. Man
fährt aber links, warum? Keine Ahnung. Sind früh weg und kamen um 10 Uhr in „The
Baths“ an. Eine unglaubliche Unterwasserwelt mit hausgrossen Granitblöcken, wie
in einem übergrossen Aquarium. Man konnte abtauchen, zwischen den Blöcken durch
und war wieder unter freiem Himmel. Dies alles auf ca. 500 Metern am Strand.
Vorher und nachher nur Sand, warum gerade hier diese Ansammlung von Blöcken
weiss niemand. Viele junge Leute aus Puerto Rico, die verbrachten hier den Tag
auf ihren Speedbooten mit Trinken (Saufen) und Tanzen, bei überlauter Musik.
Gott sei Dank, am Abend waren alle weg. Nur 2 Kats haben hier übernachtet.
Die Lotus vor The Baths
Felsen in The Baths
Samstag,30. März
Um 08:30 hatten wir ein gewaltiges Gewitter. Mit allen
Behältern, Pfannen und Kanistern sammelten wir das kostbare Nass. Danach war
Ruhe, glatte See und kein Wind. Anker hoch und ab zur Insel „Tortola“, hier
kamen wir am Abend an und gingen auf Reede vor „Road Harbour“. Den ganzen weg
unter Motor, kein Lüftchen bewegte sich. Die Einrumpfboote haben uns zersägt,
mit einem Motor liefen wir nur knappe 5 Knoten, zum Einschlafen! Haben uns Road
Harbour angeschaut, waren Einkaufen und im Internet. Abendessen gabs im Marina
Restaurant, nachher gingen wir an Bord, früh zu Bett.
BVI Tortola
Sonntag, 31. März
Ging am Morgen alleine zum Kaffee in die Marina. Schaute
mich ein wenig in Roadtown um, es hatte viele junge Leute aus Puerto Rico. Die
meisten hatten nette Dinghis, 5m lang, Mittelsteuerstand und 2 x 250 PS von
Mercury! Hier im Hafen ist der Vertreter von „Moorings“ für die Virgin Islands,
einige hundert Kats und Monos liegen hier an Stegen. Versuchte in div. Hotels
den GP F1 von Brasilien zu sehen, war aber nichts. Die Amis übertragen so etwas
nicht, obwohl sie 52 Sender hatten! Abendbrot gab’s an Bord.
Montag, 1. April
Kreischender Motorenlärm hob uns aus den Kojen. Um
07:30 fuhren die ersten Jungs mit Offshore Booten die ersten Runden, volle
Kanne in den Hafen rein und wieder raus. Bin ja ein Fan von Power-Motoren, aber
morgens um 07:30 muss das nicht sein. Da wir schon wach waren, gingen Wolfgang und
ich einkaufen. Zurück auf der Lotus, machten wir los nach Peter Island, hier
ankerten wir am Strand von „Deadmann s Bay“. Danach schauten wir uns die Insel
näher an. Ein Norweger hat die Insel gekauft und sie zu einer Ferienanlage der
Superlative ausgebaut. Ein Jachthafen für ca. 15 Schiffe, 30 norwegische
Bungalows, asphaltierte Strassen, Heli Landeplatz etc. Das Material für die
Häuser hat er alles von Norwegen mitgebracht. Die Gäste, Filmschauspieler,
Jimmy Carter, die Liechtensteins, etc. Zimmerpreise 550 Dollar pro Tag, pro
Person versteht sich. Haben die Speisekarte im einzigen Hotel nicht angeschaut,
wir zogen es vor an Bord zu Speisen.
Dienstag, 2. April
Ein Barracuda Pärchen bewachte uns während dem
Frühstück. Sie standen ganz nahe an der Lotus, sie 80 cm und er 120 cm, wir
verzichteten aufs Baden. Danach fuhren wir weiter nach „Norman Island“ in die
Bucht „The Blight“. Auch hier einige Barracudas und grosse Rochen. Ein altes
Frachtschiff liegt hier vor Anker, das wurde zum Restaurant umgebaut. Viel Lärm
den ganzen Tag, die Amis feierten irgendetwas. Gegen Abend hatten wir genug und
flohen in eine ruhige Bucht gleich um die Ecke. Mussten unter Buganker und
langen Heckleinen festmachen. Unser Nachbar war die „Blue Harem“, eine
Megajacht von 42 Metern Länge. Wir sahen nur 2 Erwachsene auf dem dicken Ding
und 3 Kinder, um die Jacht lagen div. Spielsachen, Hobbycat, Surfbretter,
Jetsky, Rutschbahn, etc. Lucia fragte eines der Kinder ob sie denn alleine
wären. Nein, der Kapitän sei an Bord, ein Matrose und ihre Nanny. Nicht übel..!
Wo denn die Mama sei? Die hätte vielfach Migräne und sei zu Hause in New York,
der Papa hätte keine Zeit, er müsse arbeiten. Bei Sonnenuntergang holte der
Matrose die Spielsachen mit einem Kran an Bord. Man muss den Kindern auch etwas
gönnen.
20 Uhr in die Koje.
Mittwoch, 3. April
08:30 war Abfahrt. Gingen südlich von St. John und St.
Thomas vorbei, liessen die Isla de Vieques an Steuerbord. Nachmittags fingen
wir eine Dorade von 153 cm länge. Unser Vorrat an Fisch war wieder gedeckt.
Ganze Nacht gesegelt, schöner Wind, ruhige See.
Schöne Gold-Dorade
Donnerstag, 4. April
Frühmorgens war der Westen von Puerto Rico querab.
Fuhren dann zur Insel „Isla de Mona“ wo wir ankern und schlafen wollten, hatten
aber zuviel Wind und Wellen, somit gings weiter Richtung Santo Domingo. Liefen
ein wenig auf dem Zahnfleisch, waren wir doch schon 36 Stunden unterwegs, und
eine neue Nacht kam auf uns zu!
Freitag, 5. April
07:00 fiel der Anker auf der Insel „Saona“ südöstlich
der Dom. Republik. Wunderschöne, unberührte Insel, die Natur noch völlig
intakt, weisse Strände und Palmen bis ins Meer. In einer Blechbude am Strand
gönnten wir uns ein Bier. Nachmittags weiter ans Festland der Dom Rep in die
Marina „Casa de Campo“. Wolfgang musste den Kat mit dem Dinghi an den Steg
schieben, war so schmal, dass man nur mit einem Motor nicht manövrieren konnte.
Das 1. Mal haben wir uns den Luxus gegönnt, in einer Marina am Steg zu
übernachten. Hat fast 140 Euro gekostet, war’s aber Wert. Wunderschöne, neue
Marina, alles vom feinsten. Tolle Architektur der Häuser und Restaurants, alles
direkt am Hafen. Hier hatte es nur neue Jachten, ist wahrscheinlich Bedingung!
Tranken Wein auf dem grossen Platz der Marina, fielen danach todmüde in unsere
Kojen.
Insel Saona
Wolfgang
& Lucia, Strand von Saona
Samstag, 6. April
Haben Diesel und Wasser gebunkert. Wolfgang musste den
Kat mit dem Dinghi umdrehen, ich konnte nicht wenden im Hafen. Weiter gings im
Süden der Dominikanischen Republik bis hoch nach“ La Romana“. Traumhafte Villen
und Golfplätze an der Küste. Mussten mit dem Dinghi einen Fluss hinauf zum
Einkaufen. Unglaubliche Gegensätze, im Fluss nur verrostete Kähne, u.a. alte
U-Boote, Wellblechbaracken, viel Schmutz, die Leute am verhungern. 1km daneben
Luxusvillen, Megajachten, Golfplätze mit Hubschrauber-Landeplätzen etc. Haben
das Dinghi an einer grossen Jacht festgemacht, der Eigner versicherte uns er
werde aufpassen. War uns trotz allem nicht wohl bei der Sache, in diesem
Gebiet, wo die Leute nichts haben, das Dinghi zu verlassen. Alles ging jedoch
gut. Mussten mit dem Taxi mitten in die Stadt fahren um einzukaufen. Am Eingang
vom Supermarkt gabs eine Gesichtskontrolle durch die Polizei. Nur wer anständig
angezogen war, und Ausländer durften eintreten. Die Armen mussten draussen
bleiben. Abendessen auf der Lotus, 20 Uhr war Nachtruhe.
Marina Casa de Campo
Unser Liegeplatz
Sonntag, 7. April
Nach dem Frühstück machten wir los nach der Insel
„Catalina“. Wolfgang und ich haben am Riff geschnorchelt, Lucia blieb im Bett
da sie sich unwohl fühlte. Danach besuchten wir die Insel. Hier gab es hunderte
von Liegestühlen, div. Strandbars, Souvenirverkäufer, aber keine Leute. Ich
fragte ein Chico, warum das so sei, er liess uns wissen: Immer am Mittwoch und
Sonntag kommen hier Kreuzfahrschiffe an, die bringen pro Mal bis 3000 Gäste. Da
heute Sonntag war machten wir den Anker hoch und flohen zum Festland. Wir
segelten rauf nach „Boca Chica“. In der Hafeneinfahrt habe ich die Lotus auf
eine Sandbank gesetzt, die war nicht auf der Seekarte. Konnten uns aber mit
Motorkraft wieder befreien. Ein Ami, der nach uns einlief erwischte es aber
vierkant! Mit seinem Tiefgang von über 2 Metern steckte er voll im Schlick.
Habe ihm 1,5 Std. geholfen das Boot wieder freizubekommen, mit Hilfe von 100
Metern Tau und unserem Dinghi. Haben erwartet, dass er einen Drink spendiert
oder wenigstens Danke sagt. War aber nichts, am nächsten Morgen war er
weg!
Isla
Catalina
Montag, 8. April
Fuhren mit dem Linienbus in die Stadt Boca Chica. Hier
sah es aus wie im Krieg, überall Unrat auf den Strassen, Grünflächen bedeckt
mit Abfällen, Strassen mit Löchern wie Bombentrichter. Gingen am Strand
spazieren, wurden aber so bedrängt von Andenken-Verkäufern und Restaurant-Besitzern,
dass wir zurück auf die Lotus geflüchtet sind. Anker hoch und weg hier.
Segelten hoch nach „La Caleta“, eine schöne, einsame Bucht in der Nähe vom
Flughafen Santo Domingo. Gingen hier schwimmen und Schnorcheln, kristallklares
Wasser, weisser Sand aber wenig zu sehen unter Wasser. Abendessen an Bord,
21:00 zu Bett.
Strand La Caleta
Dienstag, 9. April
Früh morgens wollte ich mit dem Dinghi an Land,
zum Flughafen, um endlich meine Rückreise zu organisieren. Ein Officer hinderte
mich jedoch an Land zu gehen. Er befahl uns, sofort nach Santo Domingo zu
fahren, hier sei verboten zu Ankern. Wir zeigten ihm unsere Karte mit dem
ausgeschilderten Ankerplatz. Das war ihm aber egal, er werde uns in der
Capitaneria melden! Also fuhren wir los, wurden dort herzlich Empfangen und
durften da liegen wo sonst die Kreuzfahrtschiffe anlegen, mit Bewachung durch
die Polizei und Gratis. Allerdings darf man von Ankerplätzen nicht an Land, nur
über Häfen, sonderbar! Ich fuhr das Anlegemanöver im Fluss, viel Strömung gegen
uns und viel Wind. Als Wolfgang das Tau übergeben wollte, stürzte er zwischen
Kaimauer und der Lotus hinunter. Ging sofort vom Gas und machte den Motor aus.
Gottseidank tauchte er dann etwa 10 Meter hinter dem Kat wieder auf. Konnte
dann das Manöver fortsetzen und anlegen. Hätte ins Auge gehen können. Er musste
sich sofort gut Duschen, der Fluss hier bringt alles aus dem Inland, sieht eher
aus wie der Zulauf zu einer Kläranlage. Abends ging’s über die Calle Mayor, die
Hauptstrasse von Santo Domingo. Im Café Frances nahmen wir unseren Sundowner,
der dauerte aber bis Mitternacht. Haben den 2. Geburtstag von Wolfgang
gefeiert.
Eher Klong als Fluss
Mittwoch, 10. April
Haben Stunden verbracht, um Cheques zu wechseln. Dann
meine Rückreise nach Spanien organisiert. Nachmittags spazierten wir durch die
Stadt. Hier hat es prächtige Strassen, Parks, schöne Patios und feine
Restaurants, gleich daneben aber Buchten voller Müll und Unrat. Man kann es
nicht Glauben und nicht Verstehen. Neben all dem Grünzeug das den Fluss
herunterkommt, kommt auch alles aus den Armenvierteln, Stühle, Schuhe,
Fernseher, Plastikabfall aller Art, etc. Haben auf der Lotus gegessen und sind
um 23 Uhr zu Bett. Morgens um 01 Uhr klopfte es heftig an die Bordwand,
Wolfgang und ich waren sofort an Deck konnten aber nichts sehen. Das Klopfen
war aber immer noch da, im Schein der Taschenlampe sahen wir den Übeltäter. Ein
Kühlschrank hatte sich zwischen Kaimauer und Lotus eingenistet, mussten den Kat
losmachen um uns von dem Ding zu befreien. Das nennt man hier Sperrmüll
entsorgen.
Donnerstag, 11. April
Haben den ganzen Morgen Bilder vom Laptop auf Diskette
überspielt. Zum Mittagessen habe ich alle eingeladen, ein nettes Restaurant in
der Calle Conde. Nachmittags habe ich begonnen meine Koje zu reinigen.
Abendbrot gabs an Bord, zum Abschied tranken wir eine Flasche „Two Ocean“. Ging
alleine spazieren, ein wenig traurig, stand doch die Heimreise vor der Tür. Im
Café Paco einen Espresso getrunken, das letzte Glas Wein dann im Café Frances.
Freitag, 12. April
Nach dem Frühstück gings weiter mit der Reinigung des
Bades und packen des Seesackes. Um 16 Uhr fuhren wir 3 zum Flughafen, nahmen
Abschied ( fiel schwer ). Mein Flugzeug ging um 21:00.
Samstag, 13. April
Ankunft um 13:00 in Alicante. Welcher Unterschied, Santo
Domingo 34°, Alicante 18°.
Die lange Reise in Seemeilen
Cabo Verde : 411 Sm
Transatlantik : 2319 Sm
Karibik : 1213 Sm
Total Seemeilen: 3.943 oder 7.300 Km
144 Tage auf See